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Aargau und Schwyz wollen Kultur-Gelder für Luzern stoppen
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Lehman Brothers feierte am Freitag Premiere im Luzerner Theater. Im Bild: Jörg Dathe, Hans-Caspar Gattiker, Marcus Signer, Felix Knopp, Bettina Riebesel. Bild: Tanja Dorendorf / T+T Fotografie. (Bild: Tanja Dorendorf / T+T Fotografie)

Droht ein neuer Kulturstreit? Aargau und Schwyz wollen Kultur-Gelder für Luzern stoppen

2 min Lesezeit 16.10.2016, 08:57 Uhr

Die kulturellen Leuchttürme in Luzern sind von Nachbarschaftskantonen abhängig – respektive von deren Geld. Nun drohen die Kantone Schwyz und Aargau, ihre Unterstützung einzustellen. Mit Folgen.

Sie alle kosten viel Geld: KKL, Luzerner Theater und Sinfonieorchester. Und sie alle werden gern auch von Obwaldnerinnen, Urnern, Schwyzerinnen oder Aargauern besucht, um nur ein paar Kantone zu nennen.

Diese Kultureinrichtungen mit überregionaler Bedeutung sind auf einen interkantonalen Kulturlastenausgleich angewiesen, der 2010 ins Leben gerufen wurde. Nach zehn Jahre langen zähen Verhandlungen. Luzern und Zürich mit ihren Kulturangeboten werden entlastet, Uri, Schwyz, Zug und Aargau sind Teil des Vertrags, aber auch Ob- und Nidwalden leisten Beiträge.

Doch das Konstrukt gerät ins Wanken, schreibt die «Zentralschweiz am Sonntag» (ZAS). Die FDP Aargau forderte als erste den Austritt, nun will auch die Schwyzer Regierung den Vertrag künden und ihren Beitrag von jährlich 630’000 Franken einstellen. Der Kanton will künftig nur noch freiwillige Beiträge leisten.

Die Schwyzer Regierung ist sich bewusst, dass sie damit die Vereinbarung gefährdet. Der Luzerner Kulturdirektor Reto Wyss sagt: «Das wäre ein schlechtes Signal, weil die solidarische Vereinbarung massgeblich geschwächt würde.» Die Zahlungen der anderen Kantone seien für die erwähnten Kulturinstitutionen «ganz entscheidend», sagt er gegenüber der ZAS.

Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr sieht die «kulturellen Leuchttürme» und die interkantonale Solidarität bedroht. Denn auch der Kanton Schwyz ist in anderen Bereichen auf die Kantone Luzern und Zürich angewiesen, etwa im Hochschulbereich und Gesundheitsbereich.

Die Alternative zum Kulturlastenausgleich wären höhere Eintrittspreise, um die fehlenden Beiträge zu kompensieren. Doch die Luzerner Regierung und auch das Luzerner Theater lehnen solche Tickets mit Kantonszuschlag eigentlich ab, zu kompliziert.

Doch wenn der Kulturlastenausgleich fällt, würden wohl auswärtige Besucher stärker zur Kasse gebeten. Dass solche Lösungen technisch möglich sind, haben die Sportanlagen Luzerns mit der Einführung von Einheimischentarifen vorgemacht.

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