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A14: Darum steht ihr dort im Stau
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Die Autobahn A14 könnte in nächster Zeit besonders oft überlastet sein. (Bild: Google Maps)

Eine Stunde von Buchrain nach Luzern A14: Darum steht ihr dort im Stau

3 min Lesezeit 2 Kommentare 05.08.2019, 05:01 Uhr

Eine geschlagene Stunde brauchte eine Luzernerin diese Woche, um von Buchrain nach Luzern zu kommen – vier mal länger als sonst. zentralplus hat nachgefragt, woran es gelegen hat. Und herausgefunden: Es könnte wieder passieren.

Eine zentralplus-Leserin ist am Freitagmorgen fast eine Stunde unterwegs gewesen, um mit dem Auto von Buchrain nach Luzern zu kommen. Auf Anfrage beim Bundesamt für Strassen (Astra) sagt Mediensprecher Thomas Rohrbach: «Wir haben am Freitagmorgen keine entsprechende Meldung erhalten, das bedeutet aber nicht, dass das nicht stimmt».

Grund dafür wird unter anderem die Axenstrasse sein, die wegen eines Felssturzes noch bis ende September gesperrt sein wird (zentralplus berichtete).

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Umleitung führt via A2 und A14

Der Verkehr von Uri nach Zug wird statt über die Axenstrasse via Autobahn A2 und A14 geleitet. Dass derartige Verzögerungen ausschliesslich wegen der seit Mittwoch gesperrten Axenstrasse auftreten, bezweifelt Rohrbach. «Vermutlich war das Verkehrsaufkommen aufgrund der Sommerferien und des Brückentages nach dem 1. August ohnehin schon höher», sagt er.

Dass die auftretenden Verzögerungen die gesamten acht Wochen, während denen die Axenstrasse gesperrt ist, anhalten, sei entsprechend eher unwahrscheinlich. «Es ist aber schwierig, im Moment eine Abschätzung zu machen, in einer Woche kann man die Situation wohl besser beurteilen», so der Astra-Mediensprecher.

«Die A14 ist ein Sorgenkind»

Punktuell wird es aber immer wieder zu Stau kommen. «Die A14 ist ohnehin schon ein bisschen ein Sorgenkind», sagt Rohrbach. Dafür gäbe es mehrere Gründe. Zum einen wurde mit der A4 im Knonaueramt die Zentralschweiz, unter anderem wirtschaftlich, näher an Zürich gerückt. Dadurch sei mehr Verkehr auf dieser Achse entstanden. Zusätzlich gibt es auf der A2 um die Verzweigung Rotsee relativ viele Auffahrten, die tendenziell den Verkehrsfluss dämpfen.

Man habe deshalb vor ein paar Jahren eine Anlage installiert, die das Tempo auf der A14 mit zunehmendem Verkehr stärker drosselt. «Die optimale Geschwindigkeit bei viel Verkehr ist laut Studien 84 bis 85 Kilometer pro Stunde. Auf der A14 wird zeitweise bis auf Tempo 80 herunter gedrosselt», erklärt der Mediensprecher.

17’000 Autos am Tag

Die Axenstrasse hat ein vergleichsweise geringes Verkehrsaufkommen von rund 17’000 Fahrzeugen pro Tag. Zum Vergleich: Bei der Autobahn A1 sind es über 100’000. Wenn diese 17’000 aber alle über die ohnehin stark belastete A14 fahren wird es dort zu Stosszeiten schwierig.

«Für Schweizer Verhältnisse ist eine Umleitung von Uri via Luzern schon sehr grossräumig»

Thomas Rohrbach, Astra-Mediensprecher

Der Ferien- und Freizeitverkehr am 2. August, gerade auch zur Mall of Switzerland, trage stark dazu bei, so Rohrbach. Auch sei das Unfallrisiko auf stark ausgelasteten Strassen viel höher. Eine Panne reiche aus, um den Verkehr weiter zu behindern.

Bei anhaltendem Stau blieben dem Bundesamt nicht viele Möglichkeiten. Denn eine weitere Umfahrung sei schier unmöglich. «Für Schweizer Verhältnisse ist eine Umleitung von Uri via Luzern schon sehr grossräumig», meint Rohrbach.

Felsen sind hunderte Tonnen schwer

Die einzige Möglichkeit sei, die Axenstrasse wieder zu öffnen. Was aber aufgrund der jetzigen Lage äusserst schwierig sei. Im Moment liegen noch zwei riesige Felsbrocken im Hang, die mehrere hundert Tonnen wiegen. Es gibt gemäss Rohrbach keine Installation, die ein Sturz dieser Felsen aufhalten könnte.

Die Axenstrasse bleibt deshalb gesperrt, bis die Felsen Stück um Stück durch Sprengungen verkleinert worden sind. Die Sprengarbeiten sind schwierig, die Bohrungen dafür können nur vom Helikopter aus durchgeführt werden. Die Gefahr unmittelbar bei den Felsen zu stehen, sei zu gross.

Rohrbach hofft deshalb auch auf das Verständnis der Bevölkerung. Die Autofahrer könnten insofern zum flüssigen Verkehr beitragen, in dem sie sich an das Motto «Slow down. Take it easy» halten würden.

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2 Kommentare
  1. Philipp, 20.08.2019, 19:01 Uhr

    Der Stau zwischen Gisikon und Luzern war schon vor der Sperrung der Axenstrasse ein Übel. Jetzt ist er einfach noch länger geworden. Das grundsätzliche Problem ist dass seit die Dynamische Temporegelung in Kraft ist ist alles noch viel schlimmer geworden. Vor 2 Jahren hatte man zumindest ab 18.30 Uhr freie Fahrt. Heute steht man selbst um 19.30 noch im Stau. Natürlich behauptet das ASTRA das Gegenteil. Man kann ja schlecht sagen dass die hunderttausende von Franken für die Katz waren. Dazu kommt der Radar nach dem Rathausentunnel wo die meisten Autofahrer bremsen auch wenn Sie mit 80 unterwegs sind. Aber man will halt noch ein paar Fränkli kassieren. Die Hauptschuldigen sind die Links/Grünen Politiker/innen! Man hätte schon vor 10 Jahren mit dem Bau eines weitere Rathausestunnels beginnen sollen. Aber darauf dürfen wir ja dank diesen Leuten nochmal 10-15 Jahre warten. Vielen Dank auch! Verpesten wir halt die Luft im Stau.

  2. Hugo, 08.08.2019, 17:56 Uhr

    Leider sind die täglichen Staus auf der A14 von Gisikon nach Emmen nur einem zuzuschreiben, der Radar unter der Brücke nach dem Rathausen Tunnel, da jeder angst hat die normalen gut 80 kmh einzuhalten und auf die Bremse drückt, und bei höherem Verkehrsaufkommen sofort den Stau verursacht.Dieser RADAR sollte dringenst entfernt werden dann hätten wir sicher keinen Stau mehr…