83-jähriger Bankräuber muss nicht ins Gefängnis
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Der Bankräuber von Meggen wurde nun vom Luzerner Kriminalgericht verurteilt. (Bild: sah)

Zwei Überfälle in Meggen 83-jähriger Bankräuber muss nicht ins Gefängnis

2 min Lesezeit 2 Kommentare 22.01.2021, 06:32 Uhr

Ein 83-jähriger Mann hat zwei Banken in Meggen überfallen, bei denen er über 20’000 Franken mit nach Hause nahm. Eigentlich handle es sich dabei um ganz normale Überfälle, findet der Staatsanwalt. Nun wurde der Mann aber nur zu einer 24-monatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt – und kommt um das Gefängnis herum.

Einem Mann im Alter von heute 83 Jahren werden zwei Raubüberfälle vorgeworfen (zentralplus berichtete). So steht es auch im Urteil geschrieben, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Genauer: Der Mann hat sich der mehrfachen räuberischen Erpressung schuldig gemacht.

Zu diesem Schluss kam das Luzerner Kriminalgericht, weil dies das Anliegen des Beschuldigten und des Verteidigers war. Denn: Eine Gefängnisstrafe wäre für den Bankräuber der «Untergang», wie dieser vor Gericht selbst aussagte. Davon berichtet «Pilatus Today».

Haftstrafe ist nicht zumutbar

Angestrebt haben der Beschuldigte und sein Verteidiger deshalb eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Dies, weil eine Haftstrafe einem Mann in solch hohem Alter nicht zuzumuten sei – so zumindest anfänglich der Verteidiger. Zudem sei ein Gefängnis mit ihm schlichtweg überfordert. Somit wurde vom Verteidiger verlangt, den Angeklagten nur zu 18 Monaten auf Bewährung zu verurteilen. Dieser habe ja schliesslich bei seinen Taten auch «amateurhaft» gehandelt.

Nun wurde der 83-jährige Bankräuber zu 24 Monaten auf Bewährung verurteilt und wird somit von einem Gefängnisaufenthalt verschont.

Zwei gelungene Banküberfälle

Aus Sicht des Staatsanwalts waren die zwei von dem Mann begangenen Taten «ganz normale Raubüberfälle». 2012 ist dem heute 83-jährigen Mann sein erster Coup gelungen: Als er eine Bankfiliale betrat – mit Plastikpistole im Gepäck – forderte er von den Angestellten 10’000 Franken. Er bekam sie ohne Widerrede.

Fünf Jahre später kam dann die zweite Aktion: In einer anderen Bank im Luzernerischen Meggen verlangte er von den Angestellten wiederum überfallmässig Geld. Ganze 14’000 Franken ergatterte er dabei. Nach dem Überfall spazierte er aus der Bank und fuhr mit dem Bus nach Hause, ehe er von der Polizei festgenommen werden konnte.

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2 Kommentare
  1. Danny Ocean, 22.01.2021, 09:01 Uhr

    Toll, ab einem gewissen Alter kann man also Banken überfallen, ohne dass man mit einer Gefängnisstrafe rechnen muss…

    1. Fiasko, 22.01.2021, 14:49 Uhr

      Hey Danny
      warst Du an der Verhandlung und kennst alle Details?
      Wahrscheinlich nicht, also ist es Dir wichtig laut wut zu bürgern.

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