7,4 Millionen: Emmen mit bestem Ergebnis seit 30 Jahren
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Die Gemeinde Emmen kann für einmal erfreuliche Zahlen präsentieren. (Bild: les)

Hoher Gewinn im Coronajahr 7,4 Millionen: Emmen mit bestem Ergebnis seit 30 Jahren

3 min Lesezeit 22.04.2021, 11:19 Uhr

Die Gemeinde Emmen schliesst das Rechnungsjahr 2020 mit einem Gewinn von rund 7,4 Millionen Franken ab und präsentiert damit den erfolgreichsten Abschluss seit über 30 Jahren. Neben der hohen Ausgabendisziplin haben insbesondere Mehrerträge bei den Steuern zur positiven Jahresrechnung beigetragen.

Budgetiert war ein Jahresgewinn von 431’000 Franken, wie die Gemeinde Emmen am Donnerstag mitteilt.«Ich freue mich sehr über den erzielten Gewinn und das beste Jahresergebnis der Gemeinde Emmen seit über drei Jahrzehnten», sagt Finanzdirektor Patrick Schnellmann. «Allerdings muss zugleich betont werden, dass der Jahresabschluss 2020 vordringlich auf nicht nachhaltig positiven Effekten beruht», fügt der Gemeinderat an.

Die Hauptgründe für den ebenso erfreulichen wie unerwartet hohen Ertragsüberschuss sind markante Mehrerträge bei den Steuern. Bei den natürlichen Personen sind vor allem die Nachträge früherer Jahre (2,1 Millionen Franken), die Quellensteuern (295’000 Franken) sowie die Nach- und Strafsteuern (375’000 Franken) massgeblich für die positiven Abweichungen gegenüber dem Budget verantwortlich.

Bei den juristischen Personen konnten die ebenfalls deutlich höheren Nachträge aus früheren Jahren (1,6 Millionen Franken) die Mindererträge bei den laufenden Steuern (-1,7 Millionen Franken) fast vollständig kompensieren. Bei den Sondersteuern haben die Grundstückgewinnsteuern (1,3 Millionen Franken), die Handänderungssteuer (133’000 Franken) wie auch die Erbschaftssteuern zu den Mehreinnahmen geführt.

Hohe Ausgabendisziplin

«Im Zuge der Corona-Pandemie hat der Gemeinderat zwar keinen eigentlichen Ausgabenstopp beschlossen, jedoch zu einer Zurückhaltung bei den Ausgaben gemahnt. Diese Zurückhaltung zeigt sich nun auch im Ergebnis wieder», schreibt die Gemeinde. Von 26 Aufgabenbereichen haben 21 Aufgabenbereiche positiv abgeschlossen, lediglich deren fünf konnten das Budget nicht einhalten.

«Die grosse Budget- und Ausgabendisziplin der verantwortlichen Personen hat massgeblich dazu beigetragen, dass die Mehrbelastung durch die Corona-Pandemie mehr als kompensiert werden konnte», betont Gemeinderat Schnellmann und fügt an: «Der positive Abschluss 2020 wird mithelfen, auch die künftigen Zusatzbelastungen durch Covid-19 besser bewältigen zu können.»

Die Auswirkungen der Corona- Pandemie sind in der Jahresrechnung 2020 berücksichtigt. Die finanziellen Folgen der Pandemie sind nach wie vor schwierig abzuschätzen und basieren auf Annahmen, Schätzungen und Berechnungen. Für das Berichtsjahr 2020 werden die durch Covid-19 verursachten Nettokosten auf 2,35 Millionen Franken geschätzt.

Kantonale Finanzreform mit Auswirkungen

Die kantonale Aufgaben- und Finanzreform 2018 (AFR18) wurde per 1. Januar 2020 in Kraft gesetzt und in der Zwischenzeit auch durch das Bundesgericht bestätigt. In einzelnen Aufgabenbereichen wird sich die AFR18 erst mit einer zeitlichen Verzögerung vollständig auf die entsprechenden Globalbudgets auswirken. Für 2020 hatten die mit der AFR18 zusammenhängenden Massnahmen positive Auswirkungen von zirka 2,7 Millionen Franken.

Insgesamt wurden 2020 Nettoinvestitionen in Höhe von rund 16 Millionen Franken getätigt, unter anderem für den Neubau des vierten Trakts im Schulhaus Erlen (rund 7 Millionen Franken), für die Umsetzung des 1. bis 3. Zyklus im Bereich Medien und Informatik im Rahmen des Lehrplans 21 (rund 2,8 Millionen Franken), für Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten an den gemeindeeigenen Wasserleitungen (rund 1,5 Millionen Franken) und für die Aufstockung des Pavillons der Schulanlage Hübeli (rund 1,4 Millionen Franken). Budgetiert waren Nettoinvestitionen von total rund 17 Millionen Franken.

Herausforderungen und Lichtblicke

Der Gemeinderat ist sich auch bewusst, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie das aktuelle wie auch die kommenden Jahre weiterhin stark beeinflussen werden. Zwar zeigen die Hilfsmassnahmen von Bund und Kantonen bereits eine gewisse Wirkung und deuten auf eine mögliche schnellere Erholung der Konjunktur hin.

Jedoch: «Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen von Covid-19, vor allem im sozialen Bereich, könnten zu deutlichen Mehrausgaben führen und den Finanzhaushalt zusätzlich belasten», konstatiert Finanzdirektor Patrick Schnellmann. Angesichts dessen sei es unabdingbar, die Ausgabendisziplin weiterhin hochzuhalten, um damit ein stabiles Haushaltsgleichgewicht zu gewährleisten. Schliesslich sind für die kommenden Jahre einige Herausforderungen zu bewältigen.

Der in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg in Richtung nachhaltige Ergebnisverbesserung müsse deshalb konsequent weitergegangen werden, bekräftigt der Finanzdirektor und streut dabei Zuversicht: «Die Entwicklungen in der Viscosistadt oder am Seetalplatz dürften in den kommenden Jahren zu einer positiven Dynamik für den Wirtschaftsstandort Emmen führen und für eine gute Ausgangslage nach der Coronakrise sorgen.»

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