Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Sieben Fakten zum neuen Mattenhofquartier
  • Gesellschaft
  • Wohnen
Der 50 Meter hohe Turm der «Mikropole Mattenhof» (Bild: uus)

Luzern Süd wächst und wächst Sieben Fakten zum neuen Mattenhofquartier

4 min Lesezeit 3 Kommentare 10.09.2019, 16:03 Uhr

Fünf stattliche Gebäude bilden das neueste Teil-Quartier in Luzern Süd, die «Mikropole Mattenhof». Das 170-Millionen-Franken-Projekt in Kriens wird am Samstag feierlich eingeweiht.

Luzern Süd wächst munter weiter. Heute gewährte die Mobimo-Holding, Erbauerin eines stattlichen Teils des neuen Mattenhofquartiers, Einblick in das eben fertiggestellte 50-Meter-Hochhaus. Die Mikropole Mattenhof befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Mattenhof. Auf dem Rundgang sind uns sieben Punkte aufgefallen:

1. Die Architektur

Für die fünf Gebäude der Mikropole Mattenhof zeichnen die Luzerner Architekten von Scheitlin Syfrig verantwortlich. Sie haben auf die Umsetzung mehrerer Massnahmen im Hinblick auf die 2000-Watt-Gesellschaft geachtet.

Unterstütze Zentralplus
Der fertiggestellte Wohnturm des neuen Mattenhofquartiers (links) ragt 50 Meter in die Höhe. (Bild: uus)

Zudem ist die Architektur den drei Bereichen Gewerbe, Büro und Wohnen angepasst: Je nach Bedarf wird der Raum im Wohnbereich weiter, um mehr Intimität zu ermöglichen, während er im Gewerbebereich stärker auf effiziente Nutzung ausgelegt ist. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, gleichzeitig fünf Gebäude zu planen, von denen jedes eine eigene Identität erhalten sollte, wie Architekt Mauritius Carlen sagt.

2. Die Aussicht

Was unwidersprochen für das Wohnen im Turm spricht, ist die Aussicht. Die riesige Rundum-Terrasse im 15. Stock ist exklusiv für die Bewohner zugänglich, denen auch ein fix installierter Elektrogrill zur Verfügung steht.

Pilatusblick à discretion für die Bewohner im Mattenhof. (Bild: uus)

Gewerbetreibende und Büromieter müssen leider draussen bleiben – oder im Büro. Eine zweite Dachterrasse gibt es auf dem Gebäude, das gegen die Allmend hin ausgerichtet ist. Und ja: Das schöne Wetter an diesem Dienstagmorgen hat geholfen, diesen Pluspunkt hervorzuheben.

Auf der Dachterrasse lässt sich prächtig fachsimpeln: Architekt Mauritius Carlen (Mitte) gibt Auskunft. (Bild: uus)

3. Die 2.5-Zimmer-Wohnung

65 Quadratmeter im 6. Stock? Die kosten 1’760 Franken. Pro Stockwerk kommen bei gleicher Quadratmeterzahl 10 Franken hinzu. Dafür gibts eine nigelnagelneue Wohnung mit Waschstation, Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer und wie in diesem Fall einer Loggia.

Gediegen: 2.5-Zimmer-Wohnung in der Mikropole Mattenhof. (Bild: uus)

Das weitere Angebot: 43 kleinere 2.5-Zimmer-Wohnungen, 74 mittlere 3.5-Zimmer- und 12 grössere 4.5-Zimmer-Wohnungen. 55 Prozent der Wohnungen sind vermietet. Eigentumswohnungen gibt es keine zu kaufen. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen.

4. Die Kunst

Kein neues Quartier ohne Kunst am Bau: «My elastic eye» heisst das Werk von Raphael Hefti. Es besteht aus einem speziell entwickelten Bodenbelag mit unzähligen Glasperlen. Diese brechen das Sonnenlicht, sodass ein holografischer, kreisförmiger Schatten in den Farben des Regenbogens den Betrachter umgibt.

Öh? Den farbigen «Heiligenschein» sieht nur der Betrachter selbst. (Bild: uus)

Der Effekt ist einzig für den Betrachter selbst sichtbar. Die Macher sprechen von einem Werk, das sowohl ein «kosmologisches Naturereignis» sei als auch ein «von Menschenhand geschaffenes Werk».

5. Das Mobilitätskonzept

Die Nähe zum Bahnhof und zum Stadtzentrum macht für viele Bewohner des Mattenhofs das Auto überflüssig. Die Anzahl der Parkplätze ist geringer als bei vergleichbaren Projekten an anderen Lagen. Für den gelegentlichen Bedarf sind die Abos von Nextbike und Mobility im Mietpreis bereits inbegriffen.

Nextbike inklusive: Den Mietern werden die Kosten für den Velodienst erstattet. (Bild: uus)

6. Der Mix

Etwas Architektendeutsch: Angestrebt wurde «ein für urbane Strukturen typischer Nutzungsmix», heisst es im Pressetext. Oder in Zahlen: 30 Prozent Gewerbe, 70 Prozent Wohnen. Angeordnet wurden diese Bereiche quasi wie ein Butterbrot: Der Boden, sprich das Erdgeschoss, ist für Geschäfte reserviert. Da gibt es etwa Reisebüros oder Restaurants.

Das «Nooch» in der Ebikoner Mall: Nun eröffnet die Restaurantkette einen weiteren Standort im Krienser Mattenhof (Bild: ida)

Darüber liegen die Büroräume. Schliesslich sind in den oberen Stockwerken die 129 Wohnungen angesiedelt. 75 Prozent der Gewerbeflächen seien bereits vergeben, heisst es.

7. Die Zukunft

Dass die Eröffnungsfeier am Samstag kein Abschluss ist, sondern ein Zwischenschritt in der weiteren Entwicklung von Luzern Süd, macht wiederum ein Blick vom Dach sichtbar: Rundherum stehen Baukräne und es werden Häuser hochgezogen. In 20 Jahren sollen hier doppelt so viele Menschen leben und arbeiten wie heute: Das bedeutet je 15’000 zusätzliche Einwohner und Arbeitsplätze.

Noch lange nicht fertig: In Luzern wird die nächsten 20 Jahre fleissig weitergebaut. (Bild: uus)

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

3 Kommentare
  1. Kasimir Pfyffer, 11.09.2019, 11:09 Uhr

    Dieses sogenannte “Quartier” ist ein konzeptloses Gewerbegebiet, eine Spätsünde des Autobahnbaus. Nichts als Autogaragen, Parkhäuser, Gewerbebetriebe, Fastfood-Frass und Strassenflächen. Diesen Nicht-Ort kann man, auch mit viel Gelaber von “Luzern Süd”, nicht in ein lebenswertes Quartier verwandeln. Es fehlen die Frei- und Grünräume, der Charme, die Erreichbarkeit, die Verkehrsanbindung, das Cachet. Und wenn ich schon so viel für eine Wohnung zahle, dann möchte ich vor den Fenstern etwas Schönes sehen, und nicht den Elektroinstallateur, den Aldi, den Mc Donald’s und die Garage. In Zukunft noch getoppt vom DDR-Luftschutzbunker-Hochhaus …

  2. Joseph de Mol, 11.09.2019, 09:35 Uhr

    Gigantomane, grässliche und den Bedürfnissen des Menschen in keinster Weise adaptierte Architektur. Von der Einfügung der Bauwerke in die natürlichen Gegebenheiten ganz zu schweigen! Eine grobfahrlässige Verschandelung eines ganzen Landstriches, welcher vormals als Wiesenland immerhin noch etwas grün in dieses lieblose Industrieareal zauberte. Das ist nun für immer weg. Und Mauritius Carlen kann noch lange Süssholz raspeln – dieses Quartier wird nie und nimmer hip oder en vogue. Kommt nicht mal nahe dran. Dazu fehlt diesem einfach vollumfänglich Charakter, Qualität und Charisma. Das ist also reines Wunschdenken. Mattenhof wird verkehrstechnisch ersticken und ein Schlafstadt-Satellit bleiben.

  3. Jörg Müller, 11.09.2019, 09:09 Uhr

    es gibt bei Mobima 2 Zimmer ab 1,500- inkl, im 6 Stock, ich habe mich beworben aber der Grundriss, schlimm. Ein Mini Balkon an der Ringstrasse, dann wird ja noch die Swissarena vor die Nase gebaut, unten die Büros der Swisscom, die Migros ist keine Migros, es wird gleich wie in der Allmend eine Mini-Migros mit dem Nötigsten, keine Post nichts, ein neuer Bahnhof, eine Riesen-Brauerei, 2 Riesen-Hochäuser sollen vor den Neubau kommen, nebean Mattenhof Metropole, 2 Zimmer-Wohnung, 1,520.-, 4. Etage unverbaubare Aussicht, super Küche, grosser Balkon, leider die Bahn vor der Nase Kurz: Furchtbare Überbauung. Was hier geschrieben ist, ist eine Vergoldung, wie Schweighof, oder Himmelrich für Kinder völlig ungeeignet, meine Meinung.