51:50: Nur hauchdünnes Ja für Statuten-Änderung beim EVZ
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Die EVZ-Fans der Herti-Nordkurve stimmten geschlossen gegen die Statutenänderung – es nützte am Ende nichts. Sie verloren mit einer Stimme weniger. (Bild: woz)

Herti-Nordkurve-Fans lehnten Reform geschlossen ab 51:50: Nur hauchdünnes Ja für Statuten-Änderung beim EVZ

3 min Lesezeit 30.01.2018, 21:20 Uhr

Die Palastrevolution der EVZ-Fans blieb zwar aus. Doch nur mit einer ultraknappen Mehrheit von 51 zu 50 Stimmen wurde die Statutenänderung abgesegnet. Die sieht bekanntlich voraus, dass die rund 4000 EVZ-Saisonkartenbesitzer künftig nur noch Passivmitglieder sind – ohne Wahl- und Stimmrecht.

«Sind wir etwa passiv?» fragt ein irritierter EVZ-Fan der Herti-Nordkurve in die Runde der 101 Stimmberechtigten. Die Fans würden doch so viel Zeit und Energie aufwenden, um den Verein zu unterstützen. «Wir reisen zu jedem Auswärtsspiel mit, wir strengen uns mit Choreos in der Bossard Arena an und sorgen für Stimmung. Wir sind alles andere als passiv. Und wir sehen uns als Aktivmitglieder und protestieren deshalb gegen die Passivmitgliedschaft.»

Protest der Nordkurve-Fans

Der Widerstand der wahren EVZ-Fans im Legends Club in der Bossard Arena am Dienstagabend bei der ausserordentlichen Generalversammlung war nicht nur empört, sondern auch hartnäckig. Sie wollten und konnten einfach nicht einsehen, dass man sie seitens des EVZ-Vorstands plötzlich als passiv einstufen wollte (zentralplus berichtete).

EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel und EVZ-CEO Patrick Lengwiler versuchten indes, die Fans von der Vernunftmässigkeit der geplanten Statutenänderungen in der Vereinssatzung zu überzeugen.

Genauer gesagt ging es nur um den Paragraphen 4.3, in dem die Rechte der Mitglieder neu geregelt worden sind. Sprich: Nur noch Aktivmitglieder, also Eishockeyspieler und -spielerinnen ab dem 18. Lebensjahr, die aktiv im Verein spielen, sind künftig stimm- und wahlberechtigt. All die rund 4000 Saisonkartenbesitzer dürfen dagegen im Unterschied zu früher über nichts mehr im Verein miteinscheiden. Dabei sind jeweils 100 Franken Vereinsbeitrag pro Erwachsenensaisonkarte aber inkludiert – um den Nachwuchs entsprechend zu fördern.

Keine Rache für Stocker-Abwahl

Strebel und Lengwiler begründeten besagte Statutenänderung zum einen mit den Entwicklungen im Verein. Will heissen: Die Ausgliederung des Profi-NLA-Betriebs in die EVZ Holding AG. Deshalb würde man im Eissportverein nur noch über die jährlichen Beitragserhöhungen und Ehrungen entscheiden. «Und das können die 400 Funktionäre bestens», sagte Strebel.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler versuchte die Nordkurve-Fans von der Vernunft der Statutenänderung zu überzeugen.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler versuchte die Nordkurve-Fans von der Vernunft der Statutenänderung zu überzeugen.

(Bild: woz)

Zudem hätten die EVZ-Fans, die 4000 Saisonkartenbesitzer also, in den vergangenen Jahren stets nur ein «sehr, sehr» geringes Interesse an den Vereinsversammlungen gezeigt. Dass die Statutenänderung gar als Rache des Vorstands auf die Abwahl des umstrittenen Sicherheitschefs François Stocker durch die Fans gemünzt sei, dementierte EVZ-CEO Patrick Lengwiler.

«Die 100 Franken Vereinsbeitrag spende ich dann lieber freiwillig.»

Fan bei der GV

«Warum wird einem immer sofort etwas negativ ausgelegt», beklagte sich daraufhin ein EVZ-Fan. «Vielleicht waren wir einfach mit euren Entscheidungen im Vorstand in den letzten Jahren zufrieden.

Ein weiterer Supporter aus dem Bündnerland beklagte sich, dass er nicht einsehe, wieso er 100 Franken von seiner Saisonkarte abführen müssen, wenn er am Ende sowieso nichts zu sagen habe. «Die 100 Franken spende ich dann lieber freiwillig.» Worauf wiederum ein anderer Fan vorschlug, lieber die Saisonkarten um 100 Franken zu erhöhen – das sei ehrlicher.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler widersprach diesem Vorschlag. «Wenn wir die Förderung unseres Nachwuchses auf freiwillige Basis stellen wollten, würden wir nicht die rund 400’000 Franken zusammenbringen, die wir brauchen.»

Bei der Abstimmung wurde es dann spannend. Für die allgemeine Statutenänderung – ohne den Mitgliederparagraphen – gab es 100 Ja-Stimmen, «plus eine Enthaltung», hakte Lengwiler das Ergebnis ab – über den Daumen gepeilt. Denn die Stimmenzähler hatten sich offensichtlich etwas verzählt, was aber bei der Klarheit des Ergebnisses keine Rolle spielte.

Adrian Risi neu im Vorstand

Hauchdünn war dann das Ergebnis bei der Abstimmung um den umstrittenen Mitglieder-Status-Paragraphen. Mit sage und schreibe lediglich 51 zu 50 Stimmen kam die Änderung durch. Die Herti-Nordkurve stimmte geschlossen gegen die Änderung. Trotzdem akzeptierten alle Anwesenden sofort das Ergebnis – niemand forderte ein Nachzählen der Stimmen.

Klar und deutlich endete dann die Wiederwahl von Präsident Hans-Peter Strebel. Er wurde grossmehrheitlich wiedergewählt. Ebenfalls wurde mit grosser Mehrheit Adrian Risi neu in den Vorstand bestimmt.

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