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5 Gründe, warum der FCL die Kurve (nicht) kriegt!
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Freud oder Leid – wohin geht die Reise mit dem FCL? (Bild: meienberger-photo.ch/Montage zentralplus )

Abstiegskampf oder Europa League? 5 Gründe, warum der FCL die Kurve (nicht) kriegt!

7 min Lesezeit 28.03.2016, 05:28 Uhr

Was wird bloss aus unserem FCL? zentralplus lässt zwei unterschiedlich gesinnte Autoren aufeinander los. Der Optimist ist überzeugt: Der FCL rappelt sich auf, ballert sich den Frust vom Leib und landet unter den ersten vier. Der Pessimist aber glaubt: Der Club kommt nicht mehr auf die Beine, wird zum Kanonenfutter und kämpft gegen den Abstieg. Runde frei!

Das noch junge Jahr 2016 war aus FCL-Sicht eine mittlere Katastrophe: Erst ein Spiel gewonnen, in der Tabelle nach unten durchgereicht und mit viel Getöse und Gehässigkeiten den halben Staff entlassen. Doch während der eine Teil der Anhänger nach den letzten beiden Spielen wieder Mut schöpft, glaubt der andere Teil nicht mehr an ein Happy End.

Auch auf unserer Redaktion prallen Hoffnung und Resignation aufeinander. Während Luca Wolf, Leiter Redaktion Luzern, an die Wiederauferstehung des FC Luzerns glaubt, hat der redaktionelle Mitarbeiter Linus Estermann resigniert. Lesen Sie hier fünf Gründe der beiden, warum der FCL in dieser Rückrunde die Kurve noch kriegen wird – ober eben nicht mehr.

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Optimist Luca Wolf sagt: «Der FCL wird das Glück erzwingen!»

Grund 1: Dank Babbels Ehrgeiz zum Erfolg

Er kam, sah und siegte: Mit Markus Babbels Verpflichtung als Trainer im Oktober 2014 ging’s aufwärts mit dem Tabellenletzten FC Luzern. Und wie damals wird es dem 41-Jährigen auch diesmal gelingen, den furchtbaren Rückrundenstart auszumerzen und die Mannschaft auf Europa-League-Kurs zu bringen. Denn Babbel ist ein Kämpfer und gewitzter Stratege. Von seinen bisherigen Trainerengagements, etwa bei VfB Stuttgart (20 Siege, 15 Unentschieden und 13 Niederlagen) oder Hertha BSC (30, 13, 12), hat er zudem viel Know-how mitnehmen können. Zudem wird es Babbels Ehrgeiz nicht zulassen, die bisher mässige FCL-Bilanz von 24 Siegen, 12 Unentschieden und 20 Niederlagen auf sich beruhen zu lassen. Ein Scheitern beim FCL wäre weiter ein heftiger Karriereknick für den sympathischen Münchner. Und ein Verlust für uns von zentralplus, denn Babbel beim Schimpfen über die (anderen) Medien zuzuhören, ist stets eine Riesengaudi.

Markus Babbel herzt den ausgewechselten Christian Schneuwly (Bild: meienberg-photo.ch).

Markus Babbel herzt den ausgewechselten Christian Schneuwly (Bild: meienberg-photo.ch).

Grund 2: Die Schneuwly Brothers starten durch

Noch ist Schneuwly junior nicht ganz im Team angekommen. Aber dass der seit Mitte Januar beim FCL tschuttende Christian Schneuwly Fussball spielen kann, ist unbestritten. Und dass er mit seinem Bruderherz Marco auf dem Rasen harmonieren kann, auch. Und dass die beiden nun beim FCL nochmals Vollgas geben, hoffentlich auch! An guten Vorbildern mangelt es nicht, schliesslich ist der FCL berühmt für seine Bruder-Connections, siehe Hakan und Murat Yakin … Zudem geht’s für Marco (30) und Christian (28) langsam in Richtung Karriereende. Und was gibt es Schöneres, als zum Schluss mit dem FCL nochmals ein paar Titel zu holen? Oder wenigstens einen? Oder wenigstens ein paar gute Saisons hinzulegen? Eben, nichts!

Grund 3: Jantscher zeigt’s allen

Der Ösi Jakob Jantscher (27) stand beim FCL zuletzt ja öfters nicht in der Startformation. Dafür macht er als Edeljoker eine gute Falle. Aber das genügt natürlich weder ihm noch uns! Denn Jantscher kann sich nun in der Nati-Pause mit den Österreichern prima erholen, Zuversicht tanken und dann mit gestärkter Brust und vielleicht ein paar Tattoos mehr beim FCL nochmals beherzt zeigen, was er drauf hat. Denn dass der Linksaussen am Ball was kann, wenn er in Form ist, ist klar wie Klossbrühe. 15 Assist und 11 Tore in 64 Spielen für den FCL sind zwar ganz nett – aber Jantscher kann mehr, und darauf dürfen wir uns freuen!

Grund 4: Fans bleiben laut und treu

Wie wichtig der zwölfte Mann wirklich ist, ist wissenschaftlich ja nicht bewiesen. Klar ist aber, dass eine positive Stimmung auf den Zuschauerrängen die Mannschaft auf dem Rasen beflügelt. Und da man sich als FCL-Fan ja schon einiges an Pleiten, Pech und Pannen gewohnt ist, werden sich die Supporter auch durch die aktuelle Krise nicht gross beirren lassen. Ausser natürlich, die Leistung stimmt auf längere Zeit nicht mehr, dann entlädt sich das gemeine bierseelige Fan-Herz auch schon mal recht gehässig über den Verein. Was dann natürlich selbst verschuldet ist. Das schöne am Ganzen: Die FCL-Fans sind nicht nur hart im Nehmen. Sie gelten auch zu den Kreativeren der Szene, wie diese grossartige Choreo zeigt:

Grund 5: Sonst droht das Chaos

Ich bin ja hier der Optimist und glaube an den FCL. Trotzdem lassen sich gewisse negative Szenarien nicht ganz verscheuchen – die Erfahrung aus den vergangenen Jahren prägt nun mal … Wenn nun also der FCL für die restlichen, nicht eben einfachen Spiele der Rückrunde zum Kanonenfutter wird und in der Tabelle nach hinten durchgereicht wird, kracht’s wohl gröber. Denn dann müsste wohl nicht nur Babbel gehen, sondern auch sein Protegé, Präsident Ruedi Stäger. Und eventuell würde dann auch der eine oder andere Verwaltungsrat die Konsequenzen ziehen. Die Krise wär perfekt und es würde lange, lange dauern, bis unser FCL wieder auf den Beinen wäre. Aber weg mit diesen schädlichen Gedanken! Der FCL packt’s und beschert uns einen versöhnlichen Abschluss samt Qualifikation für die Europa League!

 

Pessimist Linus Estermann sagt: «Die Realität heisst Abstiegskampf»

 

Grund 1: Die Innenverteidigung wackelt:

Mit Kaja Rogulj, François Affolter, Tomislav Puljic und Yannick Schmid hat der FCL vier nominelle Innenverteidiger im Kader. Puljic fehlt derzeit verletzt und der unerfahrene Schmid ist keine wirkliche Option für die erste elf. Da Affolter mit seiner Form zu kämpfen hat, bleibt nur Rogulj übrig, dieser wurde in Vergangenheit oft vom gelernten Aussenverteidiger Sally Sarr unterstützt. Heisst: Die Personaldecke in der Innenverteidigung ist extrem dünn – Verletzungen oder Sperren sind zu vermeiden. Und auch das Duo Rogulj/Sarr hat nicht vollständig überzeugt. Steht es ums Selbstvertrauen nicht allzu gut, sind Fehler vorprogrammiert. Und die münden bei Verteidigern halt prompt in Gegentore.

Grund 2: Babbel weiss nicht, wo Neumayr spielen soll – dieser macht Stunk

Neuzugang Markus Neumayr gilt als Wunschtransfer von Markus Babbel. Er sprach von einem «Qualitätsspieler», der die Abgänge von Remo Freuler und Dario Lezcano kompensieren soll. Nur: gespielt hat Neumayr bisher selten und auch nicht besonders erfolgreich. Seine Qualitäten in der Offensive sind unbestritten, aber kann er auch kämpfen und solid verteidigen? Denn diese Qualitäten sind gefragt, sollte die Krise länger anhalten. Der ehemalige Junior von Manchester United hat bestimmt andere Ambitionen, als beim FCL auf der Bank zu sitzen. Die Situation kann zum Pulverfass werden. Spannendes Detail: Bereits sechsmal traf Neumayr in dieser Saison die Torumrandung – Rekord. Für Frustpotenzial ist gesorgt.

Markus Neumayr in Action (Bild: meienberger-photo.ch)

Markus Neumayr in Action (Bild: meienberger-photo.ch)

Grund 3: Alpstaeg oder Stierli verlieren die Nerven

Was der FCL überhaupt nicht gebrauchen kann, ist Unruhe. Insbesondere die Zeitung vom Maihof und die grösste Schweizer Boulevardzeitung haben Ruedi Stäger im Visier. Da käme eine kritische Äusserung aus dem Umfeld des FCL zur absoluten Unzeit. Und wenn darin Präsident, Trainer oder Spieler kritisiert würden, hätte dies bestimmt negative Auswirkungen auf dem Platz. Aber: kommen weitere schwache Spiele, ist nicht auszuschliessen, dass es spannende Interviews geben könnte.

Grund 4: Die Fans haben die Scheisse satt

Das Banner nach der Cup-Pleite gegen Lugano sprach Bände. Und auch der Stimmungsbarometer am Auswärtsspiel in Bern zeugte nicht von vollem Rückhalt, der die Mannschaft derzeit besonders nötig hätte. Folgen noch dumme individuelle Fehler, Unvermögen im Torabschluss, Gegentore in der Nachspielzeit, kann die Unterstützung weiter schwinden. Dabei könnten die Fans gerade im Abstiegskampf zum grossen Pluspunkt werden. Denn der Vorteil aus durchschnittlich 11’060 Heimfans muss man gegen den FC Lugano (4465) und den FC Vaduz (3689) definitiv ausnützen können.

Beim Auswärtsspiel in Bern sorgten die Fans mit einer kreativen Aktion für Unterhaltung. (Martin Meienberger/freshfocus)

Beim Auswärtsspiel in Bern sorgten die Fans mit einer kreativen Aktion für Unterhaltung. (Martin Meienberger/freshfocus)

(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

 

Grund 5: Neuer Sportchef sorgt für Unsicherheiten im Kader

FCL-Medienchef Max Fischer sagt: «In Sachen Sportchef stecken wir mitten in der Evaluation.» Könnte also sein, dass der FCL zeitnah eine Lösung präsentiert. Doch was hat er für Pläne? Welche Spieler dürfen im Sommer bleiben? Wer muss mit einer Ausleihe oder Verkauf rechnen? Wie geht er mit der Mannschaft um. Kommt Pirmin Schwegler zurück nach Luzern? Fischer sagt, man sei offen für Gespräche. Machen sich die Spieler zu viele Gedanken über solche Dinge und nicht über das, was auf dem Platz läuft, gibt’s ernsthafte Probleme. Der Abstiegsstrudel könnte sich beschleunigen.

 

 

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