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40 Gründe, warum wir Josh Holden lieben
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Leidenschaftliches Alphatier: Josh Holden war jahrelang eine grosse Stütze als Spieler. (Bild: zvg )

Der kanadische EVZ-Profi feiert runden Geburtstag 40 Gründe, warum wir Josh Holden lieben

9 min Lesezeit 18.01.2018, 09:36 Uhr

Diesen Donnerstag feiert der Captain des EVZ-Academy-Teams seinen 40. Geburtstag. Eigentlich keine grosse Geschichte, würde er nicht Josh Holden heissen. Unsere Hommage an den Kanadier, der den Eissportverein in der letzten Dekade wie kein anderer verkörpert hat.

Im Sommer 2008 ist der Kanadier zum EVZ gestossen und hat sich bald in die Herzen der Fans gespielt. Zum 40. Geburtstag liefern wir 40 subjektive Gründe – in zufälliger Reihenfolge –, weshalb ihm ein Denkmal errichtet werden sollte (oder zumindest eines Tages seine Nummer 27 unter das Hallendach der Bossardarena gezogen werden sollte).

1. Gesicht des EVZ

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Mit seiner Leidenschaft, Intensität und Kampfkraft konnte Holden sein Team wie kein anderer mitziehen und verriss sich in jedem Spiel für die Farben des EVZ.

2. Dienstältester Zuger Ausländer

Mittlerweile befindet sich der Jubilar in seiner zehnten Saison in Zug. Das hat vor ihm kein Ausländer geschafft.

3. Letzter Star der Herti-Ära

Dass Holden Legendenstatus geniesst, hat nicht nur mit seiner Langlebigkeit zu tun, sondern auch damit, dass er als letzter Star der Herti-Ära den alten, weniger gestylten EVZ repräsentiert, der spektakuläres, temperamentvolles Rock’n’Roll-Hockey in einer kalten, spartanischen Halle gespielt hat.

4. Genie und Wahnsinn I

Mit seinen spielerischen Qualitäten, seiner magistralen Übersicht, seinem präzisen Handgelenkschuss, seiner einzigartigen Intensität und seinem überbordenden Temperament wandert der Kanadier auf der feinen Linie zwischen Genie und Wahnsinn. Egal, in welcher Rolle, Holden ist immer für Unterhaltung gut und verkörpert mit seiner Spielweise hundert Prozent der Ingredienzen, weshalb wir Eishockey lieben.

5. Spieler kommen und gehen …

In der letzten Dekade durften die Zuger Fans viele aussergewöhnliche Spieler bewundern. Mit Diaz und Brunner konnte der EVZ zwei Schweizer in die NHL exportieren. Neben Brunner stellte der EVZ mit Metropolit, Omark und Bouchard drei weitere Male den Liga-Topscorer. Mit Weibel, Markkanen, Boucher, Stephan und einigen weiteren erlebte der EVZ im Tor das ganze Spektrum von Fliegenfänger bis zu Hexer. Bei allem Kommen und Gehen in der Spielerkabine hat es nur zwei Konstanten gegeben – Fabian Schnyder und … Holden.

Der Zuger Torschuetze Josh Holden bedankt sich bei  Torhueter Tobias Stephan für dessen matchentscheidende Leistung.

Josh Holden bedankt sich in der Halbfinalserie gegen Davos letzten Frühling bei Goalie Tobias Stephan.

(Bild: Juergen Staiger / EQ Images)

6. EVZ-Geschichte: fast 500 Partien

Mit 488 Partien belegt der Kanadier den elften Rang – unter den Ausländern selbstverständlich mit Abstand den ersten Rang. Zum Vergleich: der zweitplatzierte Barry Richter kommt auf 253 Einsätze.

7. Playoffs 2013 I

Mit sportlichen Highlights konnte der Center unzählige Male verzücken. Seine wohl grösste Leistung bestand darin, dass er nach dem Ende des Lockouts im Januar 2013 und dem Ende des märchenhaften Zetterberg-Brunner-Diaz-Zeitalters die Führung der Mannschaft an sich riss und nicht nur den vielerorts prognostizierten Absturz verhinderte, sondern mit seinen besten Playoffs den EVZ so nah an den Finaleinzug führte wie in den vorhergehenden 15 Jahren nicht mehr.

8. Playoffs 2013 II

In jener packenden Halbfinalserie führten die Zuger den späteren Meister SCB in der zweiten Partie regelrecht vor – dank einem überragenden Holden:

9. Coolster Academy-Dad

Dass die hoffnungsvollen EVZ-Talente in der Academy mit ihrem Jugendidol spielen und von der EVZ-Legende höchstpersönlich lernen dürfen, macht den Vater von drei Töchtern zum coolsten Academy-Dad.

10. MVP der Liga 2010

In der letzten Saison im Herti wurde er von den Medien zum wertvollsten Spieler (MVP) der Liga ausgezeichnet. Ehre, wem Ehre gebührt.

11. Playoff-Feeling im November

Mit seiner Intensität und dem prächtigen Bart hat Holden an manchem düsteren November-Match einen Hauch an Playoff-Glanz ausgestrahlt.

12. EVZ-Geschichte: am zweitmeisten Punkte

Mit 461 Punkten aus 488 Partien liegt die Nummer 27 hinter dem ebenso legendären Paul Di Pietro (487 Punkte in 573 Spielen) auf dem zweiten Rang in der ewigen klubinternen Scorerliste.

13. Unbeugsamer Widerstandskämpfer

Erreichte eine Partie einen besonderen Grad an Intensität und Gehässigkeit, pflegte der Aggressivleader jeweils aufzublühen. Mit seinem Bart und dem tief ins Gesicht gezogenen Held verkörperte er einen unbeugsamen und grimmigen Kämpfer, der den Gegnern stets tapferen und erbitterten Widerstand geleistet hat.

Der Zuger Stürmer Josh Holden mit vollem Körpereinsatz gegen Kloten. Am Freitag trifft der EVZ erneut auf die Flyers.

Josh Holden mit vollem Körpereinsatz in einem Spiel gegen die Kloten Flyers.

(Bild: Martin Meienberger)

14. Genie und Wahnsinn II

Den Grad zwischen Genie und Wahnsinn hat Holden in der dritten Partie des Playoff-Viertelfinals gegen Davos im März 2015 besonders ausgereizt. Bei seiner Rückkehr nach einer Sperre von acht Spielen (die dritte) meldete er sich mit zwei Treffern und einem Assist eindrücklich zurück und sorgte für mächtig Pfeffer:


15. Trainer kommen und gehen …

Doug Shedden rangierte zwischenzeitlich an dritter Stelle unter den dienstältesten NLA-Coaches, Harold Kreis liegt mittlerweile auf dem zweiten Rang. Unser unverwüstlicher Held hat beide Ären von A bis Z begleitet.

16. Spektakuläre Linie I

Zweimal führte Holden eine der jeweils spektakulärsten Angriffsreihen der Liga an, wobei er beide Male einem rohen, ungeschliffenen Diamanten bei der Entwicklung zu einem Topstar wesentlich geholfen hat. Unvergessen bleibt, wie der Center mit Damien Brunner und Fabian Schnyder von 2009 bis 2012 die NL-Defensiven Woche für Woche mit ihrem Spielwitz, Tempo und Wucht terrorisierte. Dass Brunner 2012 als erster Schweizer nach 30 Jahren die Topscorer-Wertung gewonnen hat, verdankt er wesentlich seinem kongenialen Partner.

17. Von den eigenen Fans geliebt, von den gegnerischen gehasst

Wenn ein Spieler von den gegnerischen Fans gehasst wird, ist dies eines der grössten Komplimente. Der ehemalige Erstrunden-Draft-Pick der Vancouver Canucks wurde nicht nur aufgrund einiger brutaler Checks gehasst, sondern vor allem deswegen, weil er jahrelang konstant und in allen Situationen einer der besten Spieler der Liga und unbestrittener Leitwolf der Zuger war. Dass seine Klasse unbestritten ist, hat seine Wahl zum populärsten Spieler durch das Schweizer Eishockey-Publikum im Herbst 2010 unterstrichen.

18. EVZ-Geschichte: am meisten Playoff-Punkte

In der vergangenen Saison hat er Misko Antisin überholt und führt nun die ewige klubinterne Playoff-Scorerliste mit 68 Punkten aus 75 Partien an.

19. Sinnbild der Ära Shedden

Mit seinem feurigen Temperament, den überbordenden Emotionen und zahlreichen offensiven Highlights stand der Kanadier sinnbildlich für die spektakuläre Ära unter seinem Landsmann Shedden.

20. Genie und Wahnsinn III

Auf den heftigen Imageschaden und die öffentliche Rüge durch verschiedenste Presseerzeugnisse nach seiner ersten 8-Spiel-Sperre im September 2011 reagierte Holden auf die einzig richtige Weise – mit einer Galavorstellung auf dem Eis. Ohne Spielpraxis meldete er sich bei der 8:4-Demontage der New York Rangers an diesem wunderbaren Abend des 3. Oktober 2011 mit zwei Toren – unter anderem dem Game-Winning-Goal – und einem Assist eindrücklich zurück.

21. Die «solide» Leistung gegen die Rangers

Die Highlights dieser wohl denkwürdigsten Partie der Ära Holden inklusive des ebenso unvergesslichen Interviews mit seinem Linienpartner Brunner nach dem Match hier nochmals zum Geniessen: 


22. Teil der atemberaubendsten Powerplay-Formation

Wie eiskalt und unfassbar talentiert war die Powerplay-Formation im Winter 2012 mit Diaz, Brunner, Omark, Zetterberg und Holden?

23. Durchhaltevermögen wie Jaromir Jagr

Ähnlich wie der tschechische Ausnahmespieler, der mit bald 46 Jahren in der NHL zaubert, ist auch der Zuger Dauerbrenner in seinem 40. Lebensjahr voll im Saft. Vor Weihnachten absolvierte er innert fünf Tagen vier Partien, wobei er in der vierten Partie in Langnau seine beste (Saison-)Leistung abrufen konnte.

24. EVZ-Geschichte: am zweitmeisten Strafminuten

Mit 643 Strafminuten liegt der sympathische Kerl in der ewigen EVZ-Liste der bösen Buben hinter dem mindestens ebenso charmanten Patrick Oppliger (722) auf dem zweiten Rang.

25. Präsidenten kommen und gehen …

Die Wechsel an der Spitze des Vereins sind in den vergangenen Jahren rar geworden. Doch auch die präsidiale Ära von Roland Staerkle – die zweitlängste der Klubgeschichte – konnte Holden überdauern.

26. Demut

Auf die Frage nach seinen Vorbildern gibt der Gewinner des Spengler Cups 2012 mit Damien Brunner und Raphael Diaz zwei Spieler an, die jahrelang von ihm gelernt haben und auch dank seiner Führungsqualitäten den zumindest zwischenzeitlichen Sprung in die NHL geschafft haben. Dass nun der Lehrmeister seine Zauberlehrlinge als Vorbilder anführt, sagt viel über dessen Charakter und Demut aus.

27. Wunderbarer Interviewpartner

Vermag Holden als Hockeyspieler zu überzeugen, so beeindruckt er noch mehr in Interviews mit seiner sympathischen, überlegten, humorvollen und offenherzigen Art. Josh nimmt sich stets Zeit für sein Gegenüber und sorgt für eine äusserst entspannte Gesprächsatmosphäre.

Josh Holden by Josh Holden.

Josh Holden by Josh Holden – dieses Selbstporträt zeichnete der Kanadier für unser 50-Fragen-Interview.

28. Holden als Privatmann

Dass das Energiebündel neben dem Eis eine äusserst ruhige Seite hat und sich in Zug zu Hause fühlt, beweisen diese Aufnahmen:

Auch wir durften Josh Holden schon zu Hause besuchen – und ihn mit 50 Fragen löchern (zentralplus berichtete).

29. Ultimativer Team-Player

Wir könnten unzählige Anekdoten anfügen, um die ausgesprochene Teamfähigkeit unseres Lieblings zu untermauern. Eines der skurrilsten Beweisstücke lieferte sein Stage als Temporärverteidiger, um im Herbst 2012 der Atomlinie Brunner-Zetterberg-Omark den Rücken freizuhalten und die löchrige Defensive etwas zu stabilisieren. Holden hat seine neue Position während des ebenso kurzen wie missglückten sheddenschen Experiments als neue Herausforderung angenommen.

30. NLA-Geschichte: Ausländer mit den meisten Partien

Mit 542 Partien in der Qualifikation (vor seiner EVZ-Zeit bestritt Holden zwei Saisons bei Gottéron und eine in Langnau) führt er sämtliche Ausländer an.

31. Sinnbild der Ära Kreis

Mit seinem Wandel zu einem geläuterten Leitwolf symbolisierte der Ein-Jahres-Captain die Abkehr des stürmischen Shedden-EVZ zu seinem ruhigeren Nachfolger Kreis.

32. Gesicht des EVZ II

So spektakulär seine Leistungen in der Qualifikation jeweils waren, verkörperte der EVZ-Topscorer von 2009 und 2010 mit seinen soliden, doch diskreten Leistungen in den Playoffs das alljährliche Zuger Playoff-Scheitern. Dass er ausgerechnet nach den besten Zuger Playoffs seit knapp zwei Dekaden degradiert wurde, passt zur tragikomischen Dreiecksbeziehung Holden-EVZ-Playoffs.

33. Wandlung vom Saulus zum Paulus

Dass es das Raubein geschafft hat, die unsauberen Checks und Fouls (nach insgesamt drei 8-Spiel-Sperren im September 2011, Oktober 2013 und Februar 2015) aus seinem Spiel zu verbannen, ohne an seiner so charakteristischen Intensität einzubüssen, verdient höchsten Respekt.

Als Captain konnte Holden in seiner bisher letzten Saison als Stammspieler die Zuger Farben würdig vertreten und auf einer ligaweiten Goodwill-Tour Gegnern und Schiedsrichtern seine Wandlung von einem als dreckig verrufenen zu einem sauberen Spieler unter Beweis stellen.

Josh Holden posiert auf seinem Balkon in Baar.

Josh Holden posiert auf seinem Balkon in Baar.

(Bild: wia)

34. Spektakuläre Linie II

Nach dem Abgang Brunners produzierte der Leitwolf auf konstant hohem Niveau weiter, verhalf mit Lino Martschini einem weiteren Supertalent zum Durchbruch als NL-Star – und sorgte mit diesem und Reto Suri für ähnlich viele magische Momente wie zuvor an der Seite Brunners und Schnyders.

35. Stadien und Klublogos kommen und gehen …

Selbstverständlich überlebte Holden im Sommer 2010 auch den Umzug von der altehrwürdigen Herti in die hochmoderne Bossardarena und den versuchten Imagewechsel mit dem dynamischen Stier-Logo anstelle des kultigen Fasnachts-Logos.

Der ewige Center ist ein Relikt aus alten EVZ-Zeiten – nur scheint dies keiner zu merken, da er auf dem Eis immer noch zu starken Leistungen fähig ist. Dies entspricht seinem liebsten Hobby: der Önologie, die sich mit der Herstellung jenes Getränks auseinandersetzt, das mit zunehmendem Alter besser zu munden scheint.

36. NLA-Geschichte: Ausländer mit den drittmeisten Punkten

Seit Einführung der Playoff-Ära 1985 erzielten in der Qualifikation mit Kimmo Rintanen (553) und Vyacheslav Bykov (530) nur zwei Ausländer mehr Punkte als Holden (528).

37. Penalty-Spezialist im hohen Alter

Dass ein Hockeyspieler seinem Team auch in einer reduzierten Rolle wichtige Punkte bescheren und sich im hohen Hockeyalter noch verbessern kann, hat Holden diese Saison bereits zweimal eindrücklich bewiesen, als er – bisher nicht unbedingt als besonders erfolgreicher Penaltyschütze bekannt – zweimal den entscheidenden Penalty versenkt hat.

38. Nachhilfe im Penaltyschiessen

Der Aushilfssöldner hat seine ungeahnten Qualitäten als eiskalter Penaltyschütze mit dem entscheidenden Treffer unter anderem Mitte Dezember in Genf vorgeführt:


39. Bester Botschafter der Nachwuchsphilosophie

Ein Denkmal hat sich der loyale Mann gesetzt, als er letzten Sommer die Degradierung in das Academy-Team zu stark reduzierten Bezügen akzeptiert hat. Den Wandel vom unumstrittenen Teamleader zu einem Ergänzungsspieler auf Teilzeitmandat nimmt nicht jeder hin. Mit seinem Entscheid stellte Holden – durchaus ein sehr stolzer Mensch – sein Ego hinter die Klubphilosophie, den eigenen Nachwuchs tagtäglich besser zu machen.

40. Das Beste kommt noch

Es gibt nun mindestens 39 Gründe, weshalb Josh Holden zu den grössten EVZ-Legenden gehört. Doch wer meint, dass dies dem Kanadier reicht, dürfte sich täuschen. Mit Nachdruck arbeitet er seit einigen Jahren an seiner Einbürgerung – und der damit verbundenen Chance, als Stammspieler mit seinem EVZ nochmals um den Meistertitel zu spielen. Könnte er als Neo-Schweizer 2018 das letzte Puzzleteil sein oder führt er 2019 als ältester Spieler der Liga den besten meisterlichen Viertliniensturm an?

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