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360 Grad «Zuger Shuger» statt Pokémon
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Zuger Shuger «representen» in der Altstadt. (Bild: Videostandbild)

Neues Musikvideo «6300» mit Zugs Schokoladenseite 360 Grad «Zuger Shuger» statt Pokémon

3 min Lesezeit 18.09.2016, 12:30 Uhr

Pünktlich zum brandneuen Video stehen die lokalen Rap-Dinosaurier «Zuger Shuger» Rede und Antwort. In ihrem neusten Werk «6300» zeigen sie, welche Zuger Plätze ihre Identität und die ihrer Generation wirklich beeinflusst haben. Und wünschen sich wieder mehr DJs und MCs, die nicht Pokémon spielen.

Kürzlich am Rock-The-Docks-Open-Air vor Hunderten von Besuchern aufgetreten (zentralplus berichtete) oder am Open-Air Hünenberg zugegen (zentralplus berichtete), ist die Hip-Hop-Crew Zuger Shuger nun wieder auf den Strassen unterwegs. Von der Neustadtpassage oder dem Herti-Stadion über die Katastrophenbucht bis zur Rössliwiese und der Altstadt: Zuger Shuger sind zurück mit ihrem musikalischen Zucker.

Clip Zuger Shuger «6300»:

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Statt Zuckerbrot und Peitsche präsentieren sie im neuen Video «6300», das am Sonntag erschienen ist, aber nur die süsse Schokoladenseite des Kantons. Von ihrem gleichnamigen Album, das im Oktober erscheint, wollen sie allerdings noch nichts verraten, ausser dass es wieder Features und einen ominösen Titel namens «Shuger Daddys» geben soll.

Früher DJ, heute Pokémon

«Im Video sind alle Plätze, die uns geprägt haben. Als Jugendlicher war man Freitag, Samstag eben einfach auf der Rössliwiese», so der Rapper Tomahawk. «Nun gehören wir hier zum Alteisen», stimmt Frisk die erste Zeile im Video an: «Heb mich ab vo dene Kids uf dere Strass, chum mach mal ned so Wind mir werdet alli zäme alt.» Es habe sich einiges geändert, so die Zuger Rapper: Es werde heute mehr kontrolliert und reglementiert, sogar Bussen gegen Littering gäbe es jetzt. «Wir haben Zug trotzdem positiv repräsentieren wollen. Im neuen Track und im kommenden Album. Denn es geht um unsere Wurzeln und die des Hip-Hops in Zug.»

Unser 360-Grad-Video mit Zuger Shuger:

 

Dabei nehmen die Altherren des Zuger Raps sich selber und ihre Stadt nicht allzu ernst, und vor allem kein Blatt vor den Mund. Mit Sätzen wie «Während andere Crack verteilen, sind die Zuger zurück, um ihren Shuger wieder unter die Massen zu bringen» beweisen sie, dass sie nicht ganz so brav geworden sind und ihre wohlerzogenen Manieren durchaus noch mit dem szenetypischen, poetischen Mief der «zugelitterten» Strassen und Plätze kaschieren können.

Posted by Soundstall Mastering on Freitag, 9. September 2016

 

Unechter oder nicht «realer Hip-Hop», so auch der Name eines Titels auf ihrem letzten Album, gäbe es seines Wissens nicht in Zug, sagt Freshe. «Doch vielleicht hängt das damit zusammen, dass wir das schon so lange machen.» Es gäbe auch noch kaum Leute, die in Zug rappen, so Frisk.

Elf Jahre «Shuger»

Vor elf Jahren gründeten die Zuger Rapper Tomahawk, Frisk, Freshe und Freddy K. an den Plattentellern die Hip-Hop-Combo «Zuger Shuger». Schon 2002 hatte sich der Rap-Virus mit Tomahawk und «3-Sächser» in Zug und bis nach Luzern ausgebreitet. Drei Jahre und viele Reime später erblickte die erste EP von Zuger Shuger das Tageslicht. Einige Jahre hielt sich danach auch Zuger Shuger bedeckt, um weiteren Soloprojekten ihrer Mitglieder zu frönen. Nun werden die Kräfte wieder gebündelt, um mit spektakuläreren Bildern und einer professionelleren Produktion die Zuger Massen zu begeistern, die ihre Musik bisher eher als Nische wahrnahmen.

Raus aus den Kellern

Die Spreu habe sich hier etwas vom Weizen getrennt. Freddy K. stimmt ihm zu: Viele, die sich in den letzten Jahren noch DJ oder MC schimpften, spielten heute vielleicht eher wieder Pokémon. «Es wäre gut, wenn es noch aktive Leute gäbe, dass sie mehr rauskämen aus ihren Kellern.» Es gäben mehr oder weniger immer noch die gleichen Leute Konzerte, die schon vor zehn Jahren aktiv waren, finden die Zuger Rapper.

«Zug ist schon geil, aber wir wollen mit dem neuen, besser produzierten Album auch unsere Grenzen sprengen», sagt Frisk. Der Kantönligeist und das Übereinander-Herziehen, wie es früher an der Tagesordnung gewesen sei, damit solle jetzt Schluss sein. Man wolle jetzt vermehrt gemeinsam auftreten und Zug grösser machen, sagen Zuger Shuger. «Diese Einer-für-alle- und Alle-für-einen-Stimmung wird man auch auf dem Album hören», versprechen sie.

Interview am Rock-The-Docks-Open-Air in Zug (Archiv):

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