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«180 Millionen Franken für eine Luxus-Busgarage sind verantwortungslos»
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Quo vadis, ZVB-Werkstätte. Noch scheint das nicht so klar zu sein. (Bild: wia)

Leserbrief zum neuen ZVB-Haupstützpunkt in Zug «180 Millionen Franken für eine Luxus-Busgarage sind verantwortungslos»

3 min Lesezeit 07.09.2018, 14:38 Uhr

Bitte denkt erst nach, bevor ihr für viel Geld einen Bus-Stützpunkt am möglichweisen falschen Ort baut! Dies ist der Appell, den der Zuger Anwalt und CVP-Gemeinderat Martin Eisenring in seinem Leserbrief an die Kantonsräte richtet. Diese verankerten mit einer knappen Mehrheit den Standort fürs ZVB-Bauvorhaben im Richtplan, weigerten sich aber, eine gute Alternative zu prüfen.

Der Kantonsrat hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, ohne seriöse Prüfung den Bau des ZVB-Stützpunktes an bester Zentrumslage in der Stadt umzusetzen (zentralplus berichtete). Dies trotz grosser Vorbehalte seitens der Stadt Zug. Ein weiteres Mal werden die Anliegen der Stadt nicht gehört, sondern es wird ihr ein Bauwerk aufgezwungen, das sie nicht will! Dieses Gegeneinander von Kanton gegen Stadt ist bedenklich und steht einer guten Lösung im Wege – dies zu Lasten von uns Bürgern und Steuerzahlern.

Die geplanten Kosten von rund 180 Millionen Franken für eine Luxus-Busgarage sind meines Erachtens verantwortungslos und es erstaunt nicht nur den Laien, dass ein bürgerlich dominierter Kantonsrat eine solche Vorlage unterstützt. In Zeiten, wo an allen Ecken und Enden gespart und sogar eine Steuererhöhung diskutiert wird, kontrastiert dieser Entscheid zu den Sparbemühungen der letzten Jahre!

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Tangente wird Verkehrsströme neu ordnen

Das Hauptargument für das schnelle und unreflektierte Vorgehen in Sachen Busdepot, nämlich dass ein solches der ZVB seit langem versprochen worden sei, ist meines Erachtens nicht stichhaltig. Vielmehr wäre wichtig, vorgängig seriös zu beurteilen, welchen öffentlichen Verkehr wir im Kanton Zug wollen und wie wir diesen möglichst effizient gestalten.

So sieht die Tangente Zug/Baar von oben aus.

Die Tangente Zug/Baar führt am Göbli vorbei und wird viele Verkehrsströme neu ordnen.

(Bild: zVg)

Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass in kürze die Tangente Zug/Baar eröffnet wird, was eine Neuordnung der Verkehrsströme zur Folge haben wird.  In Zukunft wird es demnach nicht mehr notwendig sein, dass alle Busse in die Zuger Berggemeinden durch das Nadelöhr der Zuger Altstadt verkehren müssen, wovon insbesondere auch die Fahrgäste durch kürzere Fahrzeiten profitieren werden.

Göbli verkehrstechnisch erstklassig gelegen

Aus diesem Grund haben Kollege Philipp C. Brunner und meine Wenigkeit im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug beantragt, mit dem Kanton darüber zu diskutieren, ob das Busdepot nicht auch im Göbli-Areal realisiert werden könne. Nach Fertigstellung der Tangente wird dieses Gebiet verkehrstechnisch an bester Zentrumslage liegen. Leider hat der Kantonsrat das Gebiet Göbli dennoch keiner eingehenden Prüfung unterzogen.

Mit dem Verweis darauf, dass im Göbli nicht tiefer als drei Meter in den Untergrund gebaut werden könne, wurde dieses Gebiet als ungeeignet qualifiziert. Allerdings wurde nicht einmal die Frage gestellt, warum ein Busdepot denn überhaupt doppelstöckig im den Untergrund verbaut werden müsse. Gerne hätte ich diese Frage beantwortet.

Vernunft gebietet, nochmals nachzudenken

Das Zentrumsgebiet, wo das Busdepot gemäss dem kantonsrätlichen Entscheid zu stehen kommen soll, ist ein absolutes Filetstück. Mitten in der Stadt, nahe bei See und Naherholungsgebiet gelegen, liesse sich aus städtebaulicher Sichte ein tolles Projekt entwickeln. Die Wertschöpfung und damit auch zu erwartende Steuereinnahmen für Stadt und Kanton würden viel höher ausfallen, als wenn dort einfach Busse parkiert werden.

Die Vernunft muss uns gebieten, die vorliegenden Pläne des Kantonsrates nochmals zu überdenken. Wir sollten zuerst denken, die Fakten klären und erst dann bauen – nicht umkehrt!

Martin Eisenring, CVP-Gemeinderat, Zug

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