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«14 Prozent günstige Wohnungen sind genug»

2 min Lesezeit 07.04.2015, 21:14 Uhr

Wie energisch fördert der Stadtrat den Bau von preisgünstigem Wohnraum? Zögerlich und wenig beseelt, sagt die Linke. Man habe schon heute viel erreicht, finden die Bürgerlichen.

Verdichten, städtische Grundstücke abgeben und Genossenschaften unterstützen: Mit einem Bündel von Massnahmen will der Stadtrat den Anteil von preisgünstigen Wohnungen in Zug steigern. Dies zeigt er in der Umsetzungsstrategie zur Initiative «Wohnen in Zug für alle» auf. Für die Linke geht der Stadtrat damit aber zu wenig weit. Urs Bertschi (SP): «Hier waren keine beseelten Künstler am Werk, die sich mit sattem Gestaltungswillen an die Arbeit machten. Aus Sicht der SP kommen die Massnahmen verschwommen und wenig umwerfend daher. Wir wollen eine Stadt, in der die soziale Durchmischung stimmt, die für alle offen bleibt.»

14 Prozent der Wohnungen in der Stadt seien preisgünstig. Hier müsse die Stadt zulegen, findet auch Astrid Estermann (Alternative-CSP). Zumal die Obergrenze für eine preisgünstige Vierzimmerwohnung bei 2700 Franken liege. «Für eine Familie, welche ihr Einkommen als Gärtner, Maler, Gipser oder Elektriker erzielt, ist dies ohne Zweiteinkommen nicht zahlbar.» Michèle Kottelat (GLP) fordert den Stadtrat auf, einfache, kleinere und dafür echt preisgünstige Wohnungen zu bauen. «Die Anspruchshaltung ist extrem gross geworden, zu gross. Zu stark orientiert man sich in Zug an den Luxuswohnungen.»

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Bürgerliche plädieren für «weniger Aufgeregtheit»

Die Bürgerlichen hingegen begrüssen die Umsetzungsstrategie, wie sie der Stadtrat präsentiert. «Die FDP teilt die Kritik der Vorredner nicht», so Etienne Schumpf. Man habe bereits heute einiges erreicht, der Anteil an preisgünstigen Wohnungen werde noch steigen und die FDP freue sich, dass dadurch die demografische Mischung in einem gesunden Gleichgewicht bleibe.

«14 Prozent sind genug», findet Jürg Messmer (SVP). Die Marktgesetze würden sich halt nicht einfach aushebeln lassen. «Ich kann es mir auch nicht leisten, in St. Moritz ein Haus zu kaufen.» Sein Parteikollege Philipp Brunner doppelte nach: «Wir haben eine Sozialhilfequote von 1.7 Prozent, Städte wie Biel haben über 10 Prozent. Wollen wir hier billige Wohnungen bauen und dann die Leute, die kommen, unterstützen? Ich plädiere für weniger Aufgeregtheit und für mehr Vernunft.»

Stadtrat Karl Kobelt, Vorsteher Finanzdepartement, versuchte die Reihen zu schliessen. «Mich erstaunt die Kritik von linker Seite. Denn wir bewegen uns genau auf der Linie, die uns die Initiative vorgibt. Lassen Sie dem Stadtrat die Zeit, einen Aktionsplan auszuarbeiten.»

Resultat: Der Grosse Gemeinderat stimmt Bericht und Antrag des Stadtrates mit 35 Stimmen zu.

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