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14 Mitarbeiter verlieren ihren Job bei der Crypto AG in Steinhausen
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Dechiffriermaschinen und das Crypto-Valley haben nicht sehr viel miteinander zu tun. (Bild: woz)

Ungewiss, ob neue Crypto-Firmen dort bleiben 14 Mitarbeiter verlieren ihren Job bei der Crypto AG in Steinhausen

4 min Lesezeit 24.01.2018, 15:01 Uhr

Das Steinhauser High-Tech-Unternehmen, das weltweit führend in der Informationssicherheit ist, strukturiert sich um: Die Crypto AG trennt ihr nationales und internationales Geschäft in zwei neue Gesellschaften auf. 14 Mitarbeiter verlieren dabei ihren Job.

Das internationale Geschäft der Crypto AG wird vom schwedischen Unternehmer Andreas Linde übernommen und von seiner Crypto International Group weiterentwickelt. Das Schweizer Geschäft wird im Rahmen eines Management-Buyouts in die «Crypto Schweiz AG» überführt.  

Alle 20 Lehrstellen bleiben erhalten

Mit diesem Schritt werden beide Unternehmen laut einer Medienmitteilung der Firma gestärkt, und das Gros der Arbeitsplätze bleibe langfristig erhalten.

Rund 150 Mitarbeiter, davon rund 140 in der Schweiz, werden in etwa je hälftig in den beiden neuen Gesellschaften weiterbeschäftigt. Alle rund 20 Lehrstellen bleiben erhalten. Allerdings werden im Zuge dieser Umstrukturierung bis Ende Jahr maximal 14 Arbeitsplätze abgebaut. Dieser Abbau erfolge sozialverträglich, versichert das Unternehmen (siehe Box).

«Schon heute existieren innerhalb der Crypto AG zwei Geschäftsmodelle.»

Giuliano Otth, CEO der Crypto AG

Die Crypto AG hatte zu Beginn des Jahres die Personalvertretung über die Vorschläge des Verwaltungsrats informiert und inzwischen die Gespräche über die grundlegenden Aspekte der Umstrukturierung geführt. Die Mitarbeiter wurden über die bevorstehenden Änderungen informiert, welche auf den 1. Februar wirksam werden.

Giuliano Otth, CEO der Crypto AG und zukünftiger CEO der Crypto Schweiz AG ist überzeugt: «Schon heute existieren innerhalb der Crypto AG zwei Geschäftsmodelle mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Mit der Aufteilung werden die Geschäftsmodelle konsequent getrennt und je einzeln vorangetrieben.»

Über Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart

Insbesondere werde es dadurch möglich, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schweizer und der internationalen Kunden besser zu bedienen und die Marktleistungen auszubauen. Crypto-Verwaltungsratspräsident Robert Schlup meint: «Wir sind sehr froh, mit Andreas Linde einen starken strategischen Partner mit viel Erfahrung im Informationssicherheitsbereich und im internationalen Systemgeschäft gefunden zu haben.»

Trotz der Auftrennung in zwei eigenständige Gesellschaften wollen die beiden Firmen auch in Zukunft eng kooperieren, insbesondere im Bereich der Produkteentwicklung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Noch ist ungewiss, ob eine der beiden neuen Gesellschaften der Crypto AG in Steinhausen bleiben wird. Die Immobilie wurde bereits im Dezember verkauft, und es besteht ein Mietvertrag bis 2018.

Noch ist ungewiss, ob eine der beiden neuen Gesellschaften der Crypto AG in Steinhausen bleiben wird. Die Immobilie wurde bereits im Dezember verkauft, und es besteht ein Mietvertrag bis 2018.

(Bild: woz)

«Crypto International wird ihr Angebot weiter stärken und ein umfassendes Cybersecurity-Portfolio entwickeln, das auf die immer komplexeren Cyber-Sicherheitsbedürfnisse unserer internationalen Kunden zugeschnitten ist», sagt Unternehmer Andreas Linde: «Um diese neue und heraus- fordernde strategische Ausrichtung erfolgreich umsetzen zu können, werden wir in verschiedenen Bereichen zusätzliche Fachspezialisten rekrutieren.»

Crypto International AG wird von Ex-Kampfpilot geführt

Die Crypto International AG wird ihre Geschäftsaktivitäten weiterhin vom Kanton Zug aus betreiben. Die Gruppe wird von Anders Platoff geführt, einem international erfahrenen Manager und früheren Kampfpilot und Offizier der schwedischen Luftwaffe.

«Für den schweizerischen Behördenmarkt soll das Angebot auf den Bereich Cyberdefence erweitert werden.»

Giuliano Otth

Der Management Buy-out der Crypto Schweiz AG wird angeführt von Robert Schlup, Giuliano Otth und Thomas Meier, dem CEO des Schwesterunternehmens InfoGuard AG.

Immobilie in Steinhausen bereits im Dezember verkauft

«Für den schweizerischen Behördenmarkt soll das Angebot auf den Bereich Cyberdefence erweitert werden, und das zusätzlich in enger Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft InfoGuard. Weiter haben wir einige Ideen, wie unser fundiertes Knowhow auch Kunden mit hohen Sicherheitsanforderungen in Internet-of-Things (IoT)-Anwendungen zu Gute kommen kann», umreisst CEO Giuliano Otth die strategische Stossrichtung.

Die operative Aufteilung auf die beiden neuen Gesellschaften wird im Verlaufe des Jahres 2018 umgesetzt. Bis Ende Jahr wollen beide Gesellschaften jeweils einen neuen Geschäftssitz im Kanton Zug gefunden haben. Die Immobilie des bisherigen Firmensitzes in Steinhausen an der Zugerstrasse wurde bereits im Dezember 2017 verkauft.

Die neue Crypto-Führung (von links): Anders Platoff, CEO Crypto International Group, Robert Schlup, Verwaltungsratspräsident der Crypto AG, Andreas Linde, Verwaltungsrat und Unternehmer Crypto International Group sowie Giuliano Otth, CEO Crypto AG und Crypto Schweiz AG.

Die neue Crypto-Führung (von links): Anders Platoff, CEO Crypto International Group, Robert Schlup, Verwaltungsratspräsident der Crypto AG, Andreas Linde, Verwaltungsrat und Unternehmer Crypto International Group sowie Giuliano Otth, CEO Crypto AG und Crypto Schweiz AG.

(Bild: [email protected] Senn)

Und was passiert mit der Immobilie? Immerhin ist die Crypto AG eine Firma, die sich mit Hochsicherheitstechnologie befasst. Da könnte ein Umzug nicht so leicht werden.

Ungewiss, ob die beiden neuen Gesellschaften wegziehen oder in Steinhausen bleiben

«Die Crypto AG hat einen Mietvertrag über die Liegenschaft in Steinhausen bis Ende 2018, mit der Option auf eine Verlängerung, falls die beiden neuen Crypto-Gesellschaften bis dahin noch keinen neuen Standort im Kanton Zug beziehen können», sagt Patrick Senn, Kommunikationsbeauftragter der Crypto AG, gegenüber zentralplus.

«Wir können noch nicht sagen, wann der Umzug vonstatten gehen wird.»

Patrick Senn, Kommunikationsbeauftragter der Crypto AG

Die Suche nach neuen Standorten beginne sofort. «Wir können noch nicht sagen, wann der Umzug vonstatten gehen wird, und ob eine oder beide neuen Unternehmen in Steinhausen oder an einem anderen Standort in Zug einziehen werden.» Die Liegenschaft werde von der Firma Peikert AG in Zug weiterentwickelt.

Hochsicherheitsfirma wurde 1952 von einem Schweden gegründet

Die Crypto AG in Steinhausen beliefert mit ihren Produkten Kunden auf der ganzen Welt und beschäftigt derzeit rund 160 Personen, davon 150 in der Schweiz. 20 davon sind Lernende.

Die Firma wurde im Jahr 1952 durch den Schweden Boris Hagelin gegründet. Der Ingenieur und Kryptologiepionier hatte die Vision, in der neutralen und autonomen Schweiz ein Unternehmen zur Herstellung und zum Verkauf seiner eigens entwickelten Chiffriergeräte aufzubauen.

Der Unternehmer Andreas Linde ist Eigentümer und Verwaltungsratspräsident der Crypto International Group AB mit Sitz in Lund in Schweden. Linde hat eine langjährige berufliche Karriere im Cybersecurity- Bereich vorzuweisen.

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