13 Tipps gegen den Corona-Frust
  • Regionales Leben
Herbst und Winter bieten auch in Corona-Zeiten schöne Seiten. (Bild: Unsplash)

Zeit für neue Hobbys 13 Tipps gegen den Corona-Frust

8 min Lesezeit 1 Kommentar 07.11.2020, 15:00 Uhr

Mal ehrlich: Wir wussten es alle. Schon im Frühling wurde uns gesagt, dass im Herbst die zweite Welle kommt. Und jetzt ist sie da – genauso wie das trübe Wetter. Höchste Zeit, die Stimmung etwas aufzuheitern. Selbstverständlich coronakonform.

Bleiben Sie zuhause! Abstand halten! Meiden Sie Menschenansammlungen! Corona zwingt uns beinahe, zum Einsiedler zu werden. Im Frühling und Sommer war da wenigstens noch die Sonne, die man auch an menschenverlassenen Orten geniessen konnte. Doch das Herbstwetter lädt nicht gerade dazu ein. Und Netflix bietet auch kaum mehr was Spannendes.

Was also tun gegen den Coronablues? Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen den Herbst- und Winterfrust helfen.

1. Ab in den Wald

Wir beherzigen zunächst einmal den Rat des Arztes und stehen dick eingepackt draussen in der Kälte. Was tun, Bruno Röösli? Für den Luzerner Kantonsförster ist klar: «Es tut gut, bei kaltem Wetter einen Spaziergang im Wald zu unternehmen, Lärm und Hektik zurückzulassen und in die Stille des Waldes einzutauchen. Die Gedanken ordnen sich, man spürt plötzlich den eigenen Atem.»

Die Ruhe liege auch im Geäst der Bäume: «Kleine Dinge wie die grünen Efeuranken an den kahlen Baumstämmen kommen zum Vorschein. Auf unbefestigten Wegen oder im Schnee werden Spuren von Wildtieren sichtbar.» Es lebt im Wald. Das macht die Kälte erträglicher.

2. Versteckis spielen oder Brennholz spalten

Es spreche nichts dagegen, auch im Winter mit Kindern im Wald Versteckis zu spielen oder eine Wurst zu bräteln. «Am Feuer oder mit der Bewegung ist die Kälte rasch vergessen. Das wissen auch Menschen, die Brennholz spalten oder als Profi Bäume fällen.» Wildes Baumfällen ist nicht angesagt. Aber vielleicht zeigt euch der Nachbar mit dem Holz-Cheminée, wie ihr die Axt richtig schwingt, um mit den Scheiten ein kleines Feuer zu entfachen.

Versteckis im Wald hält fit und macht Spass.

3. Einen Zweig mit nach Hause nehmen

Wer dann von einem Holzschlag ein paar Zweige mit nach Hause nimmt, «kann nach zwei bis drei Wochen beobachten, wie die Knospen in der warmen Stube austreiben oder blühen», so Röösli. «So wird die Kraft der Natur auch im Winter drinnen spür- und sichtbar.»

4. Happy Chai mit Rum zubereiten

Wieder zu Hause angekommen, stellen wir den im Wald gefundenen Ast in eine Vase. Dann machen wir uns erst einmal einen Tee. Es ist die Empfehlung von Koch Manuel Santana, der nicht am, sondern im Südpol an den Herdplatten steht.

«Als gebürtiger Costa Ricaner habe ich schon früh bemerkt, dass mir der Winter nicht nur gut tut», sagt der in Obwalden aufgewachsene Küchenchef. So empfiehlt Santana, wenn Wetter und Zeit gegen Skifahren auf der Melchsee-Frutt sprechen, das folgende Rezept für gute Laune:

Das könnte dann so aussehen: Chai-Tee mit einem Schuss Rum und einem Herbstblatt als Dekoration.

Zutaten für 1 Liter:

  • 8 dl Wasser
  • 2 dl Milch
  • Ein kleines Stück Zimt (Drittel einer Stange)
  • 2 Kapseln grüner Kardamom
  • 5 Körner schwarzer Pfeffer 
  • Eine Prise Zimt
  • 2 Nelken
  • 1 Sternanis
  • Schwarztee
  • Ein Lorbeerblatt
  • 1 dl Rum
  • Honig oder Zucker nach Belieben

Zubereitung: Wasser und Milch aufkochen, die kurz gerösteten Gewürze (ausser Lorbeer) beigeben und rund 1 dl Wasser reduzieren lassen, ein Beutel Schwarztee beifügen und 3 Minuten ziehen lassen. Danach abkühlen, Rum und nach Belieben Honig beifügen und mit Eis und je nach Geschmack etwas Minze geniessen. Schmeckt auch heiss.

5. Mit dem neuen Gelb die Sonne in die Stube bringen

Nun machen wir es uns mit einer Tasse Tee gemütlich. Doch Moment mal: In der Stube ist es vielleicht gar nicht so kuschelig, wie es sein könnte. Sonja Bucher ist Feng-Shui-Beraterin und Farbdesignerin. Sie hat viel Erfahrung damit, Räume so zu gestalten, dass sie freundlich und einladend wirken. 

«Die Farbe Ockergelb ist gerade sehr beliebt und wird auch von den Kunden häufig nachgefragt», sagt sie. «Viele haben das Bedürfnis, zu den heute oft verwendeten kalten Farbtönen mehr Wärme in den Raum zu bringen.

Egal, ob man es nun als sonnengelb oder ocker verpacke: «Die Kraft von Gelb wird uns in der Raumgestaltung immer wieder begleiten», ist Bucher überzeugt. «Gelb hat eine stimmungaufhellende Wirkung und fördert die Konzentration und Lernfähigkeit. Da wir es mit Sonne, Wärme, Ernte, Gold und Ähnlichem in Verbindung bringen, wird Gelb von den meisten Menschen als sehr positiv wahrgenommen.»

Auch diese Katze geniesst das ockergelbe Sofa.

Die ideale Farbe also, um Räume und damit auch den Menschen strahlen zu lassen. «Dabei muss es nicht immer gleich ein neues Sofa oder eine farbige Wand sein – Bettanzüge, Vorhänge, Bilder oder ein paar neue Kissen tun den Zweck auch.» Der gleiche Trend gelte auch für die Kleidermode: «Ein ockerfarbenes Stück kann uns den ganzen Wintertag begleiten.»

6. Trotz Weltschmerz optimistisch bleiben

Wer jetzt auf dem neuen ockerfarbenen Sofa den TV einschaltet, den befällt gleich wieder der Weltschmerz: Corona, Klimawandel, Krieg, Flüchtlingskrisen – der Weltuntergang scheint nahe. Doch der bekannte Luzerner Zukunftsforscher Georges T. Roos meint, dass wir oft ein allzu negatives Bild von der Welt haben: «Das Risiko, dass wir gewaltsam ums Leben kommen, ist historisch gesehen noch nie so gering gewesen», hält Roos dagegen, der ein privat finanziertes Zukunftsforschungsinstitut betreibt. Und: «Selbst wenn das Bauchgefühl etwas anderes sagt: Kriminalität geht laufend zurück.»

Roos empfiehlt, sich auch wieder einmal die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor Augen zu führen: «Heute ist die weltweite Kindersterblichkeit massiv kleiner als vor 50 Jahren: Damals starb jedes 5. Kind vor seinem fünften Geburtstag; heute ist es jedes 20. Kind.» Das seien noch immer zu viele – «aber die Richtung stimmt».

Ebenso steigt die weltweite Lebenserwartung: «Im Durchschnitt darf 2020 jeder Mensch auf dieser Welt damit rechnen, 70 Jahre alt zu werden. Vor 50 Jahren betrug die durchschnittliche Lebenserwartung kaum 50 Jahre.» Was uns das sagt: «Wir haben viel erreicht! Das sollten wir trotz der grossen Herausforderungen nicht vergessen.»

7. Den Winterblues einfach mal aushalten

Der Bluesmusiker akzeptiert, dass das Leben nicht nur schöne Seiten hat. Er lebt oft sogar von den traurigen Seiten verblichener, verpasster und unerwiderter Lieben, Schicksalsschlägen und Vergänglichkeiten. Schreibt Lieder darüber.

Und freut sich schon fast ein bisschen darob, dass im Winter auch bei Nicht-Bluesern die Stimmung gedämpft ist, wie durch ein Whiskyglas bei schummrigem Licht betrachtet. Etwas Melancholie kann auch schön sein – muss ja nicht todtraurig sein.

8. Werde kreativ!

Und wenn einen die negativen Gefühle dann doch zu überwältigen drohen, muss man sie eben loswerden. Eine Methode, die auch in der Psychologie Anwendung findet, ist die Malerei. Du musst nicht der nächste Van Gogh oder Picasso werden. Aber warum nicht einfach mal ein paar Wasserfarben mischen und der Kreativität freien Lauf lassen? Entsprechende Materialien gibt es etwa im Von Moos Sport + Hobby sowie im Vonarbrug in Luzern, die Zuger können sich die Utensilien beispielsweise beim Schuwies.ch Bastelshop aus Steinhausen besorgen. Farbstifte und Papier gibt es auch in Migros- und Coop-Filialen.

Auch wenn nicht alle malerisch begabt sind, irgendwas auf Weiss gekritzelt, gepinselt oder gezeichnet hat wohl schon jeder. Da könnte man auch einfach mal etwas Neues wagen. Neue Hobbys sind jetzt gefragt: Häkeln, basteln, handwerken, reparieren, nähen, schreiben, dichten, verschönern, kochen, backen, musizieren, turnen, tanzen, singen, fotografieren, filmen – die Möglichkeiten sind (fast) unendlich.

9. Bring das Zuhause auf Vordermann

Nach dem Basteln sieht es – nicht nur bei Laien – meist ziemlich chaotisch aus. Die Unordnung könnte auch als Startschuss zum Frühlings- oder in diesem Fall Herbstputz betrachtet werden. Tatsächlich haben einige schon während der ersten Welle mit Aufräumen, Ausmisten und Aufmöbeln begonnen – mancherorts ist davon bereits kaum mehr etwas zu sehen.

Die Fenster: wieder dreckig. Die Vorhänge: muffig wie vorher. Die Küche: Hat hier in der Zwischenzeit ein Tornado gewütet? Die herbstliche Corona-Zeit eignet sich ideal, um die eigenen vier Wände wieder rauszuputzen.

10. Gemeinsam feiern

Wie bitte? Miteinander feiern? Gerade das sollten wir doch eben nicht tun! Falsch. Gemeinsam feiern kann auch jeder bei sich zuhause. Videochats haben schon in der ersten Welle einen massiven Aufwind erlebt. Und deshalb steht einer virtuellen Party auch nichts im Weg. Wem das gemütliche Gespräch zu einem Glas Wein zu langweilig ist, kann auch etwas Schwung in die Sache bringen.

Dann kannst du deinen Freunden auch etwas vortanzen – der Laptop muss nur richtig positioniert werden. Oder ihr verkleidet euch alle – weisst du dann immer noch, wer von den 20 Chat-Teilnehmern Sabine ist? Eben. Videochats müssen nicht nur seriös und professionell sein, man kann auch sehr viel Spass haben. Und der grösste Vorteil: Die Gefahr einer Corona-Ansteckung ist gleich null.

11. Mitmenschen überraschen

Apropos Sozialkontakte: Seine Mitmenschen zu überraschen, geht nicht nur an Weihnachten oder am Geburtstag. Mal einen Blumenstrauss oder ein Überraschungspäckli zu verschicken, benötigt kaum Aufwand und sorgt für umso mehr Freude beim Empfänger. Einziger Haken: Um die Weihnachtszeit dürfte es etwas länger dauern, bis das Päckchen angekommen ist.

12. Im Garten fällt auch im Winter Arbeit an

Wer den Luxus eines eigenen Gartens oder eines Schrebergartens geniesst, hat auch im Winter zu tun. Den Boden vorbereiten, Wintergemüse setzen, Stein-, Laub- oder Asthaufen für Tiere errichten, damit sie darin überwintern können. Auch Nistkästen sind willkommen.

Doch auch für den Balkon gibt es durchaus Pflanzen, die gedeihen können. Für Luzerner könnte sich deshalb ein Abstecher in die Dorfgärtnerei der Stiftung Brändi in Kriens lohnen. Im Kanton Zug wäre beispielsweise die Gärtnerei Luzia in Cham eine Anlaufstelle. Auch online können heutzutage Pflanzensetzlinge bezogen werden.

13. Neue Quartiere entdecken

Nehmen wir einmal an, du hast weder Garten noch Balkon. Und nehmen wir weiter an, du wohnst beispielsweise im Tribschenquartier in Luzern. Dann sag uns: Wann warst du das letzte Mal im Wesemlinquartier? Oder im Maihof? Am Rotsee? Im Würzenbach? Auch wenn Luzern einem manchmal wie ein Dorf vorkommt, kaum jemand ist ständig überall unterwegs. Manche Strassen bist du vielleicht noch nie in deinem Leben entlang gegangen. Das herbstliche Wetter bietet die Gelegenheit, mal einen Stadtspaziergang zu machen und neue Seiten von Luzern zu entdecken.

Auch Zugern dürften die einen oder anderen Ecken noch unbekannt sein. Den Horizont erweitern und beispielsweise mal bei der Kollermühle vorbeischauen, eine Runde durch Oberwil machen, den Zugerberg besteigen – möglicherweise entdeckst du dabei einen neuen Laden, ein geheimes Plätzchen oder einen Ausblick, den du noch nicht kanntest.

Ein Teil dieses Artikels ist in verkürzter Version im Dezember 2019 erschienen. Aus aktuellem Anlass haben wir ihn ergänzt.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 200 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Margarita, 08.11.2020, 12:39 Uhr

    Gute Beispiele, super Ideen, das brauchen wir nun, um durchhalten zu können. Danke.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.