Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
100’000 Franken in die Luft jagen? Nö!
  • Gesellschaft
  • Veranstaltung
Feuerwerk über Luzern am Luzerner Fest 2015. (Bild: zVg)

Kein Feuerwerk am Luzerner Fest 100’000 Franken in die Luft jagen? Nö!

3 min Lesezeit 1 Kommentar 17.01.2017, 11:33 Uhr

Bei der neunten Ausgabe des Luzerner Festes gibt es eine Premiere: Feuerwerk findet keines statt. Im Laufe der aktuellen Spardiskussion sei es fragwürdig, «100’000 Franken in die Luft zu jagen», so die OK-Präsidentin. Und sie hat Gründe, weshalb dieser Entscheid positiv aufgenommen werden könnte.

Das Luzerner Fest soll in Zukunft noch stärker eine eigene Identität entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, sind in diversen Bereichen Neuerungen geplant, wie die Organisatoren mitteilen. Als erste konkrete Massnahme hat das OK beschlossen, dieses Jahr auf das Feuerwerk zu verzichten. Das OK ist überzeugt, dass der breit abgestützte Entscheid nicht nur dem Fest, sondern auf lange Sicht auch der Stiftung «Luzerner helfen Luzernern» zugutekommen wird.

Bis zur diesjährigen Ausgabe des Luzerner Festes dauert es noch gut fünf Monate. Die neue OK-Präsidentin Corinne Imbach formuliert die Ziele: «Wir wollen nicht primär das grösste, sondern das schönste Fest der Zentralschweiz sein.» Von einem Leistungsabbau will sie nicht sprechen, wie sie auf Anfrage von zentralplus sagt. «Noch immer kann man enorm viele Highlights erleben. Ich denke an Konzerte, das Bäcker-Zmorge oder den Kindernachmittag.

Unterstütze Zentralplus

Eine entscheidende Rolle spiele zudem der gute Zweck der Veranstaltung. «Diesem wollen wir unbedingt gerecht werden. Dazu gehört, dass wir unser Möglichstes tun, um möglichst viel Geld für die Stiftung ‹Luzerner helfen Luzernern› und somit für soziale Institutionen und Projekte im Kanton Luzern zu sammeln.» Aus diesem Grund sei es unverzichtbar, die Kosten des Festes immer wieder aufs Neue zu überprüfen. Und laut Imbach spielen auch ideologische Überlegungen durchaus eine Rolle. «Ist es noch verantwortbar in Zeiten von Sparmassnahmen bei der Kultur oder im Sozialbereich 100’000 Franken – salopp formuliert – in die Luft zu jagen?», fragt sie.

Letztes Jahr konnten der Stiftung 51’000 Franken übergeben werden:

 

Feuerwerk kostet 100’000 Franken

Mit Gesamtaufwendungen von rund 100’000 Franken war das Feuerwerk bisher stets ein sehr grosser Ausgabeposten. Nach einem – aufgrund des regnerischen Wetters – finanziell durchzogenen Fest 2016, hat das OK nun entschieden, dieses Jahr auf das Feuerwerk zu verzichten. «Dadurch können wir nicht nur die Kosten des effektiven Feuerwerks einsparen – es reduzieren sich auch die Folgekosten bei der Technik, der Sicherheit und dem Verkehr», erklärt Corinne Imbach.

«Es braucht mutige Entscheide.»

Corinne Imbach, OK-Präsidentin

Sie ist zuversichtlich, dass sich diese Einsparung letztlich auf die Spende für die Stiftung ‹Luzerner helfen Luzernern› auswirken wird. Zudem soll das gesparte Geld in die Neuausrichtung des Luzerner Fests und zukünftige Programmhighlights fliessen. Genaueres dazu will sie in den nächsten Monaten kommunzieren. Schon jetzt weist sie aber auf das 10-jährige Jubiläum 2018 hin (siehe Box). «Es ist gut vorstellbar, dass wir dann mit einem neuen Highlight aufhorchen lassen.» Im zentralplus-Interview hatte Imbach die Idee einer LED-Show publik gemacht.

Corinne Imbach führt neben ihrem Amt für das Luzerner Fest einen Ein-Frau-Betrieb und nennt sich Ideen-Kuratorin.  (Bild: jwy)

Corinne Imbach führt neben ihrem Amt für das Luzerner Fest einen Ein-Frau-Betrieb und nennt sich Ideen-Kuratorin.  (Bild: jwy)

Luzerner Fest sucht eigene Identität

Jubiläumsjahr 2018

2018 feiert das Luzerner Fest sein zehnjähriges Jubiläum. Das OK arbeitet zurzeit intensiv daran, die Ausrichtung des Fests im Hinblick auf das Jubiläumsjahr und darüber hinaus weiterzuentwickeln. Hauptziel ist es, dass sich die Besucher künftig noch stärker mit dem gemeinnützigen Motto des Luzerner Fests und der Stiftung «Luzerner helfen Luzernern» identifizieren. «Der Entscheid, dieses Jahr ohne Feuerwerk zu feiern, kommt dieser Stossrichtung zugute.»

Die Organisatoren und ihre Auftragsgeberin, die Stiftung «Luzerner helfen Luzernern», haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit verschiedensten Partnern geführt – und darüber hinaus auch die Meinung der Bevölkerung miteinbezogen. Bei einer Online-Umfrage mit über 2000 Teilnehmenden befürworteten zwei Drittel der Luzernerinnen und Luzerner den Entscheid. «Dieses Ergebnis zeigt, dass wir mit unserem gemeinsamen Entscheid am Puls der Bevölkerung sind», so die OK-Präsidentin. Die OK-Präsidentin spricht von einem «Entscheid der Vernunft». Sie betont: «Damit stellen wir die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.»

Das Luzerner Fest wurde erstmals im Juni 2009 durchgeführt – dies nach dem Zusammenschluss von Altstadtfäscht und Seenachtsfest. «Das Feuerwerk gehörte zum Seenachtsfest. Wir wollen aus diesen alten Schuhen kommen und unsere eigene Identität entwickeln», sagt Imbach. Eine Veranstaltung wie das Luzerner Fest müsse sich laufend den gesellschaftlichen Entwicklungen und Bedürfnissen anpassen. «Um langfristig erfolgreich zu sein, muss das Fest eine eigene Identität entwickeln – und das noch stärker als bisher. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es auch mutige Entscheide. Der bewusste Verzicht auf das Feuerwerk ist ein solcher.»

2017 gibt’s kein Feuerwerk – hier ein Video aus dem Jahr 2016:

 

Sie mögen zentralplus? Dann spenden Sie oder teilen Sie unsere Artikel auf Facebook, Twitter und Co.! Das hilft Ihren Freunden, sich gratis weiterzubilden, und es hilft uns, bekannter zu werden. Herzlichen Dank. 

 

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Peter Lüpold, 17.01.2017, 13:56 Uhr

    Herzliche Gratulation zu diesem Entscheid!