1000 Luzerner Firmen beantragen Härtefall-Gelder Finanzdirektor Reto Wyss: «Wir können es nicht allen recht machen»

3 min Lesezeit 1 Kommentar 25.02.2021, 10:30 Uhr

102’000 Franken: So viel Geld erhalten krisengeplante Luzerner Unternehmen durchschnittlich an Härtefall-Unterstützung. Der Topf ist gefragt: Bis dato gingen 1000 Gesuche ein – am meisten aus der Gastronomie und Hotellerie.

Langsam ist ein Silberstreifen am Horizont sichtbar: Der Bundesrat hat am Mittwoch die ersten Lockerungsschritte für nächste Woche bekanntgegeben (zentralplus berichtete). Das dürfte insbesondere die Wirtschaft freuen, die in vielen Bereichen unter den Einschränkungen leidet.

Das verdeutlichen die neusten Zahlen, die der Kanton Luzern am Donnerstag zu den Härtefällen veröffentlicht hat. 1’000 Härtefall-Gesuche sind laut einer Mitteilung bis dato eingereicht worden. Rund 800 davon betreffen Betriebe, die aufgrund der behördlichen Massnahmen geschlossen sind, beispielsweise Restaurants, Fitnesscenter oder Kleiderläden. Weitere 200 Anträge stammen von Firmen, die mehr als 40 Prozent an Umsatz eingebüsst haben.

Bis am 22. Februar 2021 wurden insgesamt 272 Gesuche abschliessend bearbeitet und 21 Millionen Franken bereits zugesprochen. Davon wurden etwas mehr als 15,6 Millionen Franken ausbezahlt. Ein Unternehmen erhält im Schnitt 102’000 Franken.

Gastro und Hotellerie machen die Mehrheit aus

Besonders betroffen sind das Gastgewerbe und die Hotellerie. Aus dieser Branche stammen rund 60 Prozent der Anträge.

Wie schlecht es um das Gastgewerbe steht, belegen auch die neusten Umfragen von Lustat Statistik Luzern. Während die befragten Luzerner Industrie- und Detailhandelsbetriebe ihre Geschäftslage Anfang Januar als «befriedigend» einschätzten, habe das Gastgewerbe eine Verschlechterung der Geschäftslage verzeichnet und mit den erneuten pandemiebedingten Einschränkungen im 4. Quartal einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Angesichts der anhaltend unsicheren Aussichten rechnet die Gastronomie deshalb mit einem weiteren Personalabbau.

Weiteres Rettungspaket in Aussicht

Im Kanton Luzern stehen aktuell 65 Millionen Franken für Härtefälle zur Verfügung. Bald soll die Summe aufgestockt werden: Die Regierung hat eine weitere Tranche im Umfang von über 20 Millionen Franken beantragt. Der Kantonsrat wird in der März-Session darüber entscheiden.

«Wir können es nicht allen recht machen.»

Reto Wyss, Finanzdirektor Kanton Luzern

Alles andere als ein Ja dazu wäre eine Überraschung. Schliesslich war es der Kantonsrat selber, der im Januar – als erstmals in der Krise alle Parteien am selben Strick zogen – mehr Geld und mehr Flexibilität verlangte. Dem kommt die Regierung nun grösstenteils nach. Künftig wird nicht mehr nur ein Zehntel der Hilfsgelder als nicht-rückzahlbare Beiträge gesprochen, sondern ja nach Bedarf mehr (zentralplus berichtete).

«Wir wollen ohne Schnickschnack, dafür pragmatisch unterstützen», sagte Finanzdirektor Reto Wyss an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Er ist sich aber auch bewusst: «Wir können es nicht allen recht machen.»

Härtefall-Budget soll um 10 Millionen erhöht werden

Auch auf nationaler Ebene steht das Härtefallprogramm bald auf dem Programm. An der Frühlingssession wird das Parlament über eine Aufstockung um weitere 10 Milliarden Franken entscheiden. «Der Kanton Luzern ist überzeugt, dass aufgrund der aktuellen Situation bei den Gesuchseingängen eine Aufstockung der finanziellen Mittel angezeigt ist und das Parlament dem Antrag des Bundesrates zustimmen wird», schreibt das Luzerner Finanzdepartement in einer Mitteilung.

Zum konkreten Umfang der zusätzlichen Hilfsmittel im Kanton Luzern könne man zum heutigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen.

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1 Kommentare
  1. Peter, 01.03.2021, 14:09 Uhr

    Wir haben uns angemeldet und bis heute nichts gehört – weder zum Entscheid noch zum Stand. Die mediale Realität entspricht nicht unserer Realität 🙁

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