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1’000 Demonstranten sagen lautstark «No» zur «Spange Nord»
  • Gesellschaft
Der Demonstrationszug durch die Luzerner Altstadt schien nicht mehr aufzuhören. Rund 1'000 Personen zogen diesen Samstag gegen die Spange Nord auf die Strasse. (Bild: sah)

Trotz Regen: Menschenmenge gegen Autobahnzubringer 1’000 Demonstranten sagen lautstark «No» zur «Spange Nord»

3 min Lesezeit 11.05.2019, 19:16 Uhr

Trotz des schlechten Wetters zogen rund 1’000 Personen am Samstag durch die Luzerner Altstadt bis zum Pavillon. Sie demonstrierten gegen den Luzerner Autobahnzubringer «Spange Nord» und forderten lautstark «Spange No». Zahnärzte nutzten den sprachlichen Steilpass zu ihren Gunsten.

Fast pünktlich um halb vier Uhr nachmittags fing es an zu regnen, als sich auf dem Luzerner Jesuitenplatz einige hundert Demonstrierende versammelten. Sie waren gekommen, um gegen die sogenannte Spange Nord, den geplanten Autobahnzubringer in Luzern, zu demonstrieren (zentralplus berichtete).

Immer wieder öffneten und schlossen sich die mitgebrachten Regenschirme. Die besten Bedingungen waren durch das schlechte Wetter tatsächlich nicht gegeben. So manches Spange-Nord-Transparent wurde schützend über den eigenen Kopf gehalten. Trotzdem war die Stimmung ausgelassen, viele schienen sich zu kennen – aus der Nachbarschaft, der Partei oder vom Verein.

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Viele eigens Betroffene marschieren mit

Ein zwar gemischtes, wenn auch für eine Demonstration ungewohnt altes Publikum war an diesem Samstagnachmittag gekommen, um sich einzureihen, als sich der Menschenzug Richtung Altstadt bewegte.

«Strassen bringen Verkehr und das möchte ich nicht vor meinem Haus.»

Demonstrantin an der Demonstration gegen die Spange Nord

«Die Spange geht uns alle etwas an», meint etwa eine ältere Dame, die sich zwar weit vorne, aber eher diskret am Rand aufhielt. Sie wohne in der Nähe des Kantonsspitals und sei deshalb von der Spange direkt betroffen. «Strassen bringen Verkehr und das möchte ich nicht vor meinem Haus», fügte sie hinzu.

Blau dominiert das Bild

Wie viele andere trug auch sie das omnipräsente blaue Plakat mit der Aufschrift «Spange No» mit sich. Aber auch andere Transparente zogen den Blick auf sich. So etwa die Sprüche «Zahnärzte gegen Spange», «Spange Nord ist Maihof-Mord», oder «Spangen sind etwas für Zahnärzte».

Um halb vier versammelten sich die Demonstrantinnen vor dem Luzerner Jesuitenplatz.

Um halb vier versammelten sich die Demonstrantinnen vor dem Luzerner Jesuitenplatz.

(Bild: sah)

Mittlerweile hatten sich noch einige hundert Demonstrierende mehr der Menschenmenge angeschlossen. Das Ende der Menschenkolonne war durch einen Blick vom Hirschenplatz zurück in die Rössligasse nicht mehr zu erkennen.

Initiative «Spange Nord stoppen»

Die SP Stadt Luzern hat vor wenigen Wochen die Initiative «Spange Nord stoppen – lebenswerte Quartiere statt Stadtautobahn» mit 3'807 Unterschriften bei der Stadt Luzern eingereicht. Das ist neuer Sammelrekord für eine städtische Volksinitiative.

Rund 1’000 Demonstrantinnen laufen durch die Altstadt

Auch bei der Strassenüberquerung über den Schwanenplatz musste der Verkehr für einige Minuten innehalten, um den langen Menschenzug durchzulassen. «Spange No» riefen viele von ihnen im Einklang, bis der Zug vor dem Pavillon beim Nationalquai sein Ende fand. Nach Polizeischätzungen dürften es rund 1’000 Demonstranten gewesen sein.

«Da muss man keine Maihöflerin sein, um den Kopf zu schütteln.»

Korintha Bärtsch an der Kundgebung zur Anti-Spange-Nord-Demo

Einige von ihnen waren jedoch nach Hause gegangen, bevor im Pavillon eine Band zu spielen begann und ein grosses Happening mit Bier- und Kuchenständen startete. Auch die Reden von Regierungsratskandidatin Korintha Bärtsch oder SP-Kantonsrat Marcel Budmiger hörten zwar immer noch einige Hundert, jedoch längst nicht mehr die 1’000 Personen, die noch wenige hundert Meter vorher dabei gewesen waren.

«Da muss man keine Maihöflerin sein, um den Kopf zu schütteln», meinte etwa Bärtsch. Auch Budmiger stimmte etwas später in diesen Kanon ein. «Selten wird derart gegen die Bevölkerung gebaut», meinte er. «Wir fordern die Variante Spange Null. Die Pläne gehören ins Altpapier», so schliesst Budmiger unter Applaus seine Rede.

Hier einige Eindrücke der Demonstration vom Samstag:

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