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100 Tonnen Dreck müssen weg!
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Das gibt Arbeit: So sieht der Kapellplatz während der Fasnacht jeweils aus, bevor die Putzequipe alles aufgeräumt hat. (Bild: Strasseninspektorat Stadt Luzern)

Müllhalde Luzern wird immer grösser 100 Tonnen Dreck müssen weg!

4 min Lesezeit 09.02.2016, 15:38 Uhr

Während andere feiern, arbeiten sie unter Hochdruck und sorgen dafür, dass Luzern auch dann glänzt, wenn «geschränzt» wird: Das Strasseninspektorat entsorgt in den nächsten Tagen rund 100 Tonnen Abfall. Das ist deutlich mehr, als noch vor einigen Jahren. Und es könnte noch viel mehr werden.

Ab dem Aschermittwoch kehrt in der Stadt Luzern allmählich wieder der Alltag ein. Bereits mittags wird auf den Strassen, Plätzen und Gassen der Altstadt kaum mehr etwas daran erinnern, dass hier bis vor kurzem noch der Ausnahmezustand herrschte. Zu verdanken haben wir das jenen, die während den rüüdigen Tagen jeweils alles geben, um die Stadt sauber zu halten: Die Putzequipe des Strasseninspektorats ist während der Fasnacht und den Tagen danach besonders gefordert, die Spuren des bunten Treibens zu beseitigen.

In den frühen Morgenstunden nach den Fasnachtstagen trifft die Putzequipe jeweils auf ein Bild der Verwüstung. Trotz den rund 1300 gelben «Drecksäcken» landet jede Menge Fastnachtsmüll auf dem Boden. Um die 100 Tonnen verursacht die Fasnacht insgesamt, die Tendenz ist zunehmend.

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Die Spuren der Fasnacht werden beseitigt. (Bild: Stefan Hajnal)

Die Spuren der Fasnacht werden beseitigt. (Bild: Stefan Hajnal)

Doch das liegt nicht nur daran, dass an der Fasnacht vieles nicht wie gewohnt zu und her geht, hin und wieder auch Haushaltsabfälle an der Fasnacht entsorgt werden und man sich im Getümmel nicht unbedingt die Mühe macht, den nächsten Abfalleimer zu suchen, erklärt Rolf Stocker vom Strasseninspektorat. «Seit sich auch der rüüdige Samstag ab 2010 als Fastnachtstag etabliert hat und immer beliebter wird, hat der Abfall um rund einen Viertel zugenommen.» Zum Vergleich: Noch 2009 wurden an der Luzerner Fasnacht lediglich 75 Tonnen Müll entsorgt.

«Wir machen unseren Job mit Herzblut.»
Rolf Stocker, Strasseninspektorat Stadt Luzern 

250’000 Franken für Putzequipe

Rolf Stocker, Leiter Unterhalt und Betrieb des Luzerner Strasseninspektorats.

Rolf Stocker, Leiter Unterhalt und Betrieb des Luzerner Strasseninspektorats.

(Bild: zvg)

Dafür, dass Luzern auch dann glänzt, wenn «geschränzt» wird, sind 90 Mitarbeiter des Strasseninspektorats im Einsatz – und leisten vom Freitag nach dem Schmutzigen Donnerstag über den Sonntag nach dem rüüdige Samschtig und dem Güdisdienstag bis zum Aschenmittwoch stolze 2520 Arbeitsstunden. Kosten tut das die Stadt rund eine Viertelmillion Franken.

Ist es nicht demotivierend, die Strassen, Plätze und Gassen zu säubern, wenn diese doch bereits am nächsten Fasnachtstag wieder zugemüllt werden? «Nein, ganz und gar nicht», mein Stocker. «Wir machen unseren Job mit Herzblut, und es liegt uns viel daran, dass die Stadt sauber ist – auch während der Fasnacht.»

In Basel wär’s einfacher…

Seine Mitarbeiter seien jeweils sehr motiviert, erzählt er weiter. «Manchmal muss ich ihren Perfektionismus gar bremsen», lacht er. Etwa dann, wenn auch Privateingänge und Fenstersimse von den Stadtmitarbeitern gesäubert würden. «Das gehört eigentlich nicht zu unseren Aufgaben, aber wenn wir gut im Zeitplan sind, dann machen wir auch das gerne.»

«Die beinahe militärische Organisation der Basler Fasnacht hat auch ihre Vorteile.»
Rolf Stocker 

Trotzdem sei ihr Job ziemlich anstrengend. «Gerade weil die Fasnachtstage in Luzern nicht aufeinander folgen, wie das in Basel der Fall ist», so Stocker. Denn die würden von Montag 4 Uhr in der Früh bis Mittwoch um 24 Uhr durchfeiern und danach gehöre die Stadt ganz der Putzequipe. «Die beinahe militärische Organisation der Basler Fasnacht hat auch ihre Vorteile», lacht er.

In Luzern sei die Stadt jeweils nur kurz für Reinigungsarbeiten gesperrt. «Das Leben muss halt weitergehen», sagt er, «die Geschäfte in der Altstadt müssen mit Waren beliefert werden und dafür müssen die Strassen frei sein.»

Während die einen noch feiern oder rumknutschen, ist das Team vom Strasseninspektorat bereits voll an der Arbeit. (Bild: Strasseninspektorat Luzern)

Während die einen noch feiern oder rumknutschen, ist das Team vom Strasseninspektorat bereits voll an der Arbeit. (Bild: Strasseninspektorat Luzern)

 
Dafür wird unter Hochdruck gearbeitet. Am Aschermittwoch beginnt die Schicht der Reinigungsequipe bereits um 4 Uhr früh und sieben Stunden später wird es schon fast so sein, als ob die Fasnacht nie stattgefunden hätte. Zumindest auf den Strassen.

«Während das Wetter während der Fasnacht kaum besser hätte sein können, sehen die Prognosen für die Schlussreinigung schlecht aus.»
Rolf Stocker 

Schnee erschwert die Arbeit

Etwas Sorgen macht sich Rolf Stocker jedoch. «Während das Wetter während der Fasnacht kaum besser hätte sein können, sehen die Prognosen für die Schlussreinigung schlecht aus», sagt er. Regen und insbesondere Schnee würden ihnen die Arbeit enorm erschweren. «Der Schnee in den ‹Drecksäcken› sorgt dafür, dass sie rund 30 Prozent schwerer werden.» Aber damit nicht genug: Während der Abfall bei gutem Wetter direkt in die Kerichtverbrennungsanlage nach Perlen gefahren werden kann, muss der Müll bei Schnee vorerst zum Trocknen zwischengelagert werden. Das passiert dann entweder auf der Luzerner Allmend oder in der Nähe der Tribschenbadi.

Doch wie in den vergangenen Jahren wird die Luzerner Putzequipe den Aschermittwoch auch heuer professionell hinter sich bringen und dafür sorgen, dass erstaunlich rasch wieder der Alltag einkehren kann. Wer jedoch glaubt, dass die Fasnacht damit auch für das Team vom Strasseninspektorat Geschichte ist, täuscht sich. Denn diese haben weitere 250 Arbeitsstunden vor sich – für das Waschen der Fasnachtsmeile und die Reinigung der Reuss. Da gibt es unsererseits nicht mehr viel zu sagen – ausser: Vielen Dank!

Maschinen erleichtern die Arbeit des Strasseninspektorats.(Bild: Strasseninspektorat Stadt Luzern)

Maschinen erleichtern die Arbeit des Strasseninspektorats.(Bild: Strasseninspektorat Stadt Luzern)

Die «Putztüüfeli» an der Fasnacht – hier im Video:

Sie waren während den rüüdigen Tagen unterwegs und haben nichts von unseren Artikeln zur Luzerner Fasnacht mitbekommen? Alle Bilder und Artikel finden Sie hier in unserem Fasnachts-Dossier.

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Maschinen erleichtern die Arbeit an der Luzerner Fasnacht.

Maschinen erleichtern die Arbeit an der Luzerner Fasnacht.

(Bild: Strasseninspektorat Stadt Luzern)

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