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10 Gründe, warum der EVZ das Duell gegen die Lions für sich entscheidet
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Klingberg während eines Spieles im September, umzingelt von ZSC-Löwen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Wird EVZ-Goalie Stephan in den Playoffs zum Hexer? 10 Gründe, warum der EVZ das Duell gegen die Lions für sich entscheidet

6 min Lesezeit 06.03.2018, 17:20 Uhr

Seit Montagnacht ist klar: Gegner des EV Zug in den Playoff-Viertelfinals sind die ZSC Lions: Kein Traumgegner, aber sicherlich eine überwindbare Hürde. zentralplus wagt einen Blick in die Glaskugel und sagt voraus, wie es dem EVZ in der Viertelfinal-Serie ergehen wird.

1. Die Stimmung in der Bossard Arena ist bereits von Beginn an Playoff-würdig

Der Funke wollte letzte Saison in der Viertelfinal-Serie gegen Genf-Servette noch nicht so wirklich aufs Publikum überspringen. Zu einseitig war die Angelegenheit. Auch besteht zwischen dem EVZ zu den Genfern keine ausgeprägte Rivalität. Erst ab den Halbfinals gegen Davos war Feuer im Kessel. Gegen die Löwen wird dies anders sein. Erstens mögen sich Zuger und Zürcher generell nicht besonders. Da bildet das Eishockey keine Ausnahme. Zweitens wird die Serie auf dem Eis viel ausgeglichener verlaufen als gegen die Genfer.

Die EVZ-Fans werden für eine würdige Playoff-Atmosphäre sorgen.

Die EVZ-Fans werden für eine würdige Playoff-Atmosphäre sorgen.

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(Bild: EVZ/Fabrizio Vignali)

2. Der EVZ wächst am Gegner

Auch wenn die ZSC Lions die Qualifikation nur auf Rang sieben abgeschlossen haben und die letzten drei Spiele verloren haben: Auf die Playoffs hin ist eine deutliche Steigerung von den Stadtzürchern zu erwarten. Eine Mannschaft wie der ZSC will sich nicht dreimal in Folge bereits nach den Viertelfinals in die Ferien verabschieden müssen. Entsprechend werden die ersten Spiele auf Messers Schneide verlaufen und Nuancen den Unterschied ausmachen. Doch der EVZ passt sich der höheren Intensität und dem gesteigerten Tempo an und wächst am Niveau des Gegners.

3. Der EVZ hat die besseren Ausländer in seinen Reihen

Die Lions haben momentan nicht weniger als sieben Ausländer im Team. Auf dem Matchblatt dürfen trotzdem nur vier davon stehen. Ausser Fredrik Pettersson sind die meisten davon eher unerfahren, was Playoffs auf höchstem Niveau angeht. Sie müssen ihre Tauglichkeit erst noch unter Beweis stellen. Zudem waren auch bei vielen die Formschwankungen während der Qualifikation frappant.

Anders sieht es beim EVZ aus. Dort regiert Klasse statt Masse. Viktor Stålberg und Garrett Roe haben in der NLA voll eingeschlagen und dürfen als Königstransfers von Sportchef Reto Kläy bezeichnet werden. David McIntyre und Carl Klingberg wissen, wie man mit dem EVZ einen Playoff-Final erreicht. Speziell McIntyre spielte in den Playoffs letzte Saison überragend. Und Backup Josh Holden muss man über Playoff-Intensität sowieso nichts erzählen wollen.

4. Der EVZ bleibt von der Verletzungshexe eher verschont

Um von Verletzungen verschont zu bleiben, gehört auch immer Glück dazu. Dieses scheint der EVZ in den letzten Jahren gepachtet zu haben. Im Vergleich zu den meisten anderen Mannschaften werden die Zuger oftmals kaum vom Verletzungspech gebeutelt.

Auch aktuell fällt kein Leistungsträger aus. Bei den Zürchern hingegen ist die Saison für Verteidiger Severin Blindenbacher beendet. Mattias Sjögren könnte den Playoff-Start genauso verpassen wie Robert Nilsson. Letzterer laboriert nach wie vor an den Folgen einer Gehirnerschütterung und ist als Taktgeber offensiv kaum zu ersetzen.

5. Tobias Stephan ist der bessere Goalie

Schaut man sich die Fangquote an, spielte Tobias Stephan die bessere Qualifikation als das Zürcher Duo Lukas Flüeler/Niklas Schlegel. Auch unabhängig von den Zahlen würde man zu Stephan tendieren.

Jetzt kommt das Aber: Erstens können die Löwen auf einen guten Backup mit Niklas Schlegel zurückgreifen. Beim EVZ stünde Sandro Aeschlimann bereit, sollte Stephan nicht spielen können. Er ist in erster Linie Goalie bei der Academy und hat erst eine Handvoll Spiele in der NLA bestritten. Weiterer Vorteil für die Zürcher: Lukas Flüeler wurde schon zweimal Schweizer Meister und weiss somit, wie man sein Team zu Trophäen hext. Stephan hingegen wartet auch mit 34 Jahren noch auf seinen ersten Titel und ist bis heute den Beweis schuldig geblieben, ein Meistergoalie zu sein.

Wenn der EV Zug auf den HC Davos trifft, stehen die Karten erfahrungsgemäss nicht wirklich gut. Lässt sich hoffen, dass die Kolinstädter das Blatt nun wenden können.

Goalie Tobias Stephan wartet auch mit 34 Jahren noch auf seinen ersten Titel.

(Bild: EVZ)

6. Die ZSC Lions stehen unter dem grösseren Druck

Die Zürcher müssen diese Saison liefern. Nach dem enttäuschenden siebten Platz in der Regular Season wäre das dritte Viertelfinal-Out in Serie eine mittlere Katastrophe für den Nobelklub mit dem dicken Portemonnaie. Es gilt also die Devise: Verlieren verboten.

Der EVZ hingegen hat dank dem Finaleinzug vor Jahresfrist die Gunst des Publikums auf seiner Seite. Platz zwei in der Qualifikation bedeutet zudem der beste Rang seit dem Qualisieg vor sechs Jahren. Harold Kreis kann in Ruhe im Verein arbeiten und es existieren kaum störende Nebengeräusche. Ein Viertelfinal-Aus würde die Zuger in keinster Weise von ihrem Weg mit jungen Spielern und der Academy im Hintergrund abbringen.

7. Das Hallenstadion ist eine einnehmbare Festung

Wir haben die Probleme der Zürcher angesprochen. Sollte es dem «Z» vor heimischer Kulisse nicht nach Wunsch laufen oder er gar vor dem Aus stehen, wird sich das Publikum nicht scheuen, die mangelhaften Leistungen mit Pfiffen zu quittieren.

Dies kann sich leicht auf die Mannschaft übertragen und sie wird noch verunsicherter. Druck (siehe Punkt 6), Pfiffe, Formschwäche. Kommt alles zusammen, können die Löwen in einen Teufelskreis geraten. So den Hebel noch herumzureissen, wird mehr als schwierig und der EVZ ist jederzeit für ein «Break» im Hallenstadion gut.

8. Lino Martschini findet zurück zu alter Form

Der 1,68 Meter kleine Luzerner hat die unproduktivste Regular Season seit vier Jahren hinter sich. Doch gegen Ende der Qualifikation kam der 25-Jährige immer besser in Fahrt. Und er hat vor allem noch etwas zu beweisen. Nämlich dass seine Nichtnomination für Olympia von Nati-Coach Patrick Fischer ein Fehler war. Doppelt motiviert, wird er durch seine Geschwindigkeit und Wendigkeit für die Zürcher Abwehr nur schwer zu verteidigen sein.

Lino Martschini an der Scheibe während eines Meisterschaftsspiels in der vergangenen Saison

Kann Lino Martschini den Olympia-Frust in Playoff-Energie umwandeln?

(Bild: Martin Meienberger / meienberger-photo.ch)

9. Stålberg entscheidet das Duell der schwedischen «Sniper» für sich

Fredrik Pettersson und Viktor Stålberg gehörten mit 26 respektive 22 Treffern zu den überragenden Torschützen während der Qualifikation. Stålberg spielte in den letzten Jahren in der NHL jeweils nur eine Nebenrolle während den Playoffs, auch beim Stanley-Cup-Triumph 2013. Er wird umso motivierter sein, beweisen zu wollen, dass er seine überragenden Quali-Leistungen auch in die Playoffs übertragen kann.

Pettersson hingegen führte die Luganesi vor zwei Jahren in den Final und sorgte als überragender Spieler dafür, dass die Bianconeri das erste Mal seit zehn Jahren eine Playoff-Serie gewannen. In der Final-Serie gegen den SC Bern war jedoch nicht mehr viel von ihm zu sehen. Es stellt sich die Frage, ob der Topskorer der Zürcher auch zur Stelle sein wird, wenn es um alles oder nichts geht.

10. Der EVZ entscheidet die Serie mit 4:2 Siegen für sich

All die oberen Punkte berücksichtigt, dürften die Kolinstädter auf den entscheidenden Positionen Vorteile besitzen. Die ZSC Lions werden über weite Strecken gut mithalten können und die Spiele eng gestalten. In den wichtigen Momenten ist der EVZ jedoch präsenter und kann seine starke Form ausspielen. Am Ende setzen sich die Zuger in sechs Spielen durch und können im Hallenstadion den Halbfinal-Einzug bejubeln.

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