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10 Details, die das Chamer OYM so aussergewöhnlich machen
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Hans-Peter Strebel ist der Geldgeber hinter dem Projekt OYM. (Bild: zvg/Montage )

Was das 100-Millionen-Sportzentrum bieten wird 10 Details, die das Chamer OYM so aussergewöhnlich machen

5 min Lesezeit 05.05.2019, 17:03 Uhr

Ein grössenverstellbares Eisfeld, eine Dreifachsporthalle mit Glasboden oder ein Unterwasser-Laufband: In Cham entsteht derzeit das modernste Sportzentrum Europas. Wir haben 10 Details ermittelt, die das 100-Millionen-Projekt zu etwas ganz Besonderem machen.

Beim Leistungszentrum OYM (on your marks) in Cham werden gerade die letzten Fassadenarbeiten abgeschlossen und Fenster eingesetzt. Gleichzeitig hat der Innenausbau bereits begonnen. «Damit liegen die Bauarbeiten genau im Zeitplan», erklärt EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel, der das 100-Millionen-Franken-Projekt vollumfänglich aus eigener Tasche finanziert.

Ende Jahr sei das Kompetenzzentrum für Spitzenathletik und Forschung innen und aussen fertig und müsse nur noch von den Behörden abgenommen werden. Im März 2020 finde schliesslich die Eröffnung statt, so Strebel. Damit Sie vorab schon wissen, was auf die Sportlandschaft Zug zukommt, präsentiert zentralplus zehn Dinge, die Sie zum OYM wissen sollten.

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1. Das Restaurant

Die Gastronomie im OYM ist kein normales Restaurant. Die Athleten melden sich dort mit einem Badge an. «Wenn sie dann am Eiweiss-, Kohlenhydrat- sowie beim Gemüse- und Salatbuffet ihr Essen schöpfen, wird dieses individuell pro Nahrungsmittel gewogen», erklärt Strebel. So könnten in einer ersten Phase Daten über das Essverhalten jedes Sportlers gesammelt und in einer zweiten Phase die Essgewohnheiten passend zum individuellen Training abgestimmt werden.

Damit das Essen nicht eintönig wird, ist ein Team von Ernährungswissenschaftlern und Köchen mit dem Ernährungskonzept beschäftigt. «Das gesamte Gebäude ist übrigens alkoholfrei, auch bei externen Anlässen», so Strebel. Das Restaurant wird wie der Rest des Gebäudes nicht öffentlich zugänglich sein.

2. Das OYM-College

Zum Megaprojekt von Strebel gehört auch ein Internat. Im OYM-College sollen einst 80 junge Sportler unterrichtet werden (zentralplus berichtete). «Dabei soll möglichst wenig auf Frontalunterricht gesetzt werden. Die Absolventen des Colleges erhalten sogenannte Begleitcoaches, die dafür sorgen, dass die Matura oder die Berufslehre erfolgreich abgeschlossen werden kann», sagt der EVZ-Präsident.

So soll der OYM-Campus dereinst aussehen.

So soll der OYM-Campus dereinst aussehen.

(Bild: zvg)

3. Grössenverstellbares Eisfeld

Gleich über der Tiefgarage wird sich die Eishalle befinden. Hier werden die Hockeyspieler der vier Leistungsmannschaften des EV Zug das ganze Jahr über auf dem Eis trainieren können.

Zusätzlich ist das Feld mit einer hydraulischen Bande versehen. So kann die Eisfläche in etwa drei Stunden vom europäischen Mass auf das kleinere nordamerikanische Feld reduziert werden. Dafür muss das Eis nicht extra abgetaut werden.

4. Rapidshot-Anlage mit Kunsteis-Laufband

«Wir realisieren mehrere Schussanlagen für die Hockeyaner. Die Unterlage besteht dort aus Kunsteis», erklärt Strebel. Dazu komme ein 2,5 mal 2,5 Meter grosses Laufband aus synthetischem Eis. Dies vor allem zum Training der Schlittschuh-Lauftechnik.

Die Eishockeyspieler werden auf diesen «Rapidshot-Anlagen» ihre Schusstechnik trainieren können. Diese bestehen aus einem Tor, ausgerüstet mit mehreren Lichtern und verschiedenen Messsystemen, sowie einer Maschine, die die Pucks zum Spieler schleudert.

Bevor der Spieler schiesst, leuchtet im Tor ein Licht auf, in dessen Richtung der Puck geschossen werden soll. Bei der Schussabgabe werden Reaktionszeit, Schussgeschwindigkeit und Präzision gemessen.

5. Das Auditorium

Im Auditorium, das im Erdgeschoss gebaut wird, gibt es 172 Plätze für Kongresse und Veranstaltungen von Kultur und Wirtschaft. Die Verknüpfung von klassischer Musik und Spitzensport stehe dabei im Fokus, so Strebel.

«Das Ziel dabei wäre beispielsweise, dass eine Pianistin den Sportlern aufzeigen kann, wie lange sie gebraucht hat, um an die Spitze zu kommen, und wie viel Übung es für sie braucht, um dort zu bleiben», erzählt Strebel. Die Parallelen seien gross und würden die Sportler entsprechend weiterbringen.

6. Die Athletikhalle

Auf 3’000 Quadratmetern, also einer Fläche von fast einem halben Fussballfeld, finden sich ungefähr 170 verschiedene Athletik-Trainingsgeräte, die nach Muskelzonen gruppiert sind. Der Boden der Athletikhalle ist verschieden eingefärbt, jede Muskelgruppe hat eine Farbe.

In einem weiteren Teil der Athletikhalle, dem «Turf-Bereich», gibt es einen Kunstrasen. Dieser sei für Gruppentrainings ohne Geräte konzipiert. Im selben Bereich entstehe eine sechs Meter hohe Sprint- und Treppenrampe mit unterschiedlichen Treppenhöhen für verschiedene Trainingszwecke.

Querschnitt OY, drei Sporthallen übereinander, umrahmt von peripheren Nutzungen.

Querschnitt OYM, drei Sporthallen übereinander, umrahmt von peripheren Nutzungen.

(Bild: zvg)

Die Athletikhalle wird im Sommer und Winter auf 20 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit gehalten. Die Abweichungen sind dabei maximal ein Grad und fünf Prozent Luftfeuchtigkeit. Somit werden ideale Testbedingungen geschaffen. «Nur so kann man die Testergebnisse der Sportler über längere Zeit vergleichbar machen», erklärt der EVZ-Präsident.

7. Vier 80-Meter-Sprintbahnen

Weiter wird es vier 80-Meter-Sprintbahnen geben, die mit verschiedenen Messinstrumenten versehen sind. Dort können mittels Sensortechnologie beispielsweise die Beschleunigung beim Start und die Höchstgeschwindigkeit der Athleten erfasst werden.

8. Dreifachsporthalle mit Glasboden und LED-Linien

Die Dreifachsporthalle wäre an sich nichts Besonderes, wäre da nicht der «ASB-Multisports-Boden». Der ist aus Glas und alle sportartenspezifischen Spielfeldmarkierungen können mittels LED eingeblendet werden. Die Glasoberfläche ist so aufgeraut, dass sie auch bei Schweissrückständen nicht rutschig ist. Ausserdem verbrennt sich der Sportler nicht die Haut, wenn er darüber rutscht, was bei normalen Hallenböden oft der Fall ist.

So kann ein ASB Multisports Boden in Gebrauch aus.

So kann ein «ASB-Multisports-Boden» in Gebrauch aussehen.

(Bild: zvg)

Da Glas ein harter, starrer Stoff ist, sind die einzelnen Bodenplatten gefedert. Dank dieser Federung wird laut Strebel bei einem Sturz auch nur etwa 20 Prozent der Energie auf den eigenen Körper zurückgeworfen, was das Unfallrisiko mindert.

Strebel hat sich vor seinem Entscheid einen solchen Boden in der Ballsportarena in Dresden angeschaut und den Handballer Luca Spengler mitgenommen. Sowohl die Spieler der 2. Bundesliga aus Dresden als auch der HC Kriens-Spieler Spengler lobten den Boden. Es gebe nichts daran auszusetzen.

9. Unterwasser-Laufband in der Reha

Im OYM-eigenen «Health-Management-Bereich» (der Reha) wird sich einst ein Unterwasser-Laufband finden. Der Wasserstand kann dort reguliert werden. So können verletzte Athleten schrittweise an den normalen Trainingsbetrieb herangeführt werden. Die Belastung wird so stufenweise erhöht.

Ansicht von der Knonauerstrasse in Richtung Cham.

Ansicht von der Knonauerstrasse in Richtung Cham.

(Bild: zvg)

10. Energiesparende Massnahmen

Das Dach des gesamten Gebäudes ist mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Somit wird ein Teil der benötigten Energie selbst produziert. Ausserdem wird das Gebäude im Sommer mit dem Eisabrieb des Eisfeldes heruntergekühlt.

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