Rapunzel holt sich Rat. (Bild: Milena Koller)
Kultur Rezension

Rapunzel holt sich Rat. (Bild: Milena Koller)

Rapunzel kurz vor Heiligabend: Kindergerecht und in Dialekt

4min Lesezeit

Warum die familiäre Weihnachtsfeier nicht schon am Nachmittag vor Heiligabend mit einem Theaterbesuch starten? Das Dialekts-Weihnachtsmärli Rapunzel entführte in eine Welt des Zaubers und Wunders, die Kinderaugen zum Leuchten brachte. Und animierte das Publikum zum Mitmachen.

Milena Koller

Der Verein Märli Theater Zürich möchte mit seinen fantasievollen Dialekt-Vorstellungen nicht nur Kinder verzaubern, sondern der ganzen Familie die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an einer kindgerechten Unterhaltungsshow bieten. Das im Jahr 2006 uraufgeführte Märchen Rapunzel ist denn auch die erste Eigenproduktion des Vereins. Sie besticht durch entzückende Bühnenbilder, phantastische Kostüme, eigens komponierte Musik und professionelle Schauspieler, die den Charakteren Leben einhauchen und sie den Zuschauern ans Herz wachsen lassen.

Eltern und Grosseltern sowie Onkel und Tanten haben hier die Möglichkeit erhalten, ihren Lieblingen schon vor der eigentlichen Bescherung ein liebevolles Weihnachtsgeschenk zukommen zu lassen. In einer Zeit, in der unser Dasein immer mehr von elektronischen Medien beherrscht wird, wird uns wieder in Erinnerung gebracht, dass es mehr Dinge gibt im Leben, die zur Unterhaltung beitragen können. Youtube, Playstation, X-Box oder auch der ganz gewöhnliche Fernseher sind nicht alles.

Für viele Zuschauer im mehr oder weniger vollbesetzten Saal war es womöglich der erste Kontakt mit der Kunst des Theaters. Die Schauspieler haben merkbar dafür gesorgt, dass dieser erste Eindruck ein positiver war. Merkbar war es, weil der Aufforderung zur aktiven Teilnahme am Stück beziehungsweise zur verbalen Interaktion mit den Schauspielern rege nachgekommen wurde.

Der Königssohn auf der Bühne.
Der Königssohn auf der Bühne. (Bild: Milena Koller)

Stück verzeiht sogar Konzentrationsschwächen

Es wurde mitgeklatscht und mitgespielt. Spontane und oftmals lautstarke Kommentare der doch meist sehr jungen Zuschauer brachten den Rest des Publikums zum Lachen. Die bereits zu Beginn lebendige und quirlige Stimmung verlor damit auch während der Aufführung nichts von ihrer Kraft. Dazu trug sicherlich auch bei, dass die Aufführung ausserordentlich kindergerecht gehalten wurde. Die Geschichte von Rapunzel wird verkürzt und gleichzeitig ausgeweitet. Handlungsstränge werden vereinzelt von einem Erzähler wiedergegeben und vereinzelt ergänzt mit Themen, die Kinder direkt betreffen wie Hausaufgaben, Schule, krank sein und Verstecken spielen. Zusätzlich dazu fungiert ein Schauspieler nach einer gewissen Zeit als Erzähler und fasst die bisherigen Stationen im Theaterstück noch einmal zusammen. Damit konnten auch diejenigen, die vielleicht zwischendurch die Konzentration verloren hatten, dem Märchen wieder folgen und blieben aktive Zuschauer.

Das Urteil in Bezug auf die Aufführung vom Märchen Rapunzel im Lorzensaal in Cham fällt also durchwegs positiv aus. Es fühlte sich an, als ob es mit Herzblut produziert und ausgeführt wurde. Es war witzig, sehr kindgerecht und gewürzt mit lustigen Tanz- und Gesangseinlagen – kurzum ein guter Garant für einen fröhlichen Heiligabend im trauten Familienkreis.

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