Bei diesem Innenhof an der Voltastrasse sieht man das Leben. (Bild: jav)
 
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Bei diesem Innenhof an der Voltastrasse sieht man das Leben. (Bild: jav)  

Auch das Luzerner Parlament fordert mehr grüne Innenhöfe

3min Lesezeit

Mehr grüne Innenhöfe fordern die Linken in der Stadt Luzern. Der Stadtrat sieht das genauso. Im Parlament war die Forderung am Donnerstag weitaus umstrittener.

Grünflächen statt Betonwüsten vor dem Haus: «Begrünte, vielfältig genutzte und belebte Innenhöfe leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität», schrieben Luzia Vetterli (SP) und Noëlle Bucher (Grüne) in einem Vorstoss von 2016. Darin fordern sie die Stadt auf, sich des Themas anzunehmen und die Begrünung von Innenhöfen voranzutreiben (zentralplus berichtete).

Auf der rechten Ratsseite befürchtete man Enteignung und den Abbau von Parkplätzen. Es gebe in der Stadt Luzern schon genügend öffentliche, zentrale Grünflächen – etwa das Vögeligärtli. Zudem müssten das letztlich die Privaten mit ihren Mieten bezahlen. Eine solche Vorgabe sei letztlich wirtschaftsfeindlich.

«Jeder kann einen Innenhof begrünen, wenn er das will», sagte Fabian Reinhard (FDP) am Donnerstag im Parlament. Aber das sei ein privates Engagement, keines der öffentlichen Hand.

Vetterli und Bucher betonten hingegen nochmals, wie wertvoll grünere Innenhöfe für Anwohner seien. «Ich habe noch nie so viele positive Reaktionen auf einen Vorstoss erhalten», so Bucher. Zudem würden Innenhöfe oft missbräuchlich als Parkplätze benützt.

Auch die GLP war für das Postulat und «gegen Denkverbote» der Bürgerlichen. Die CVP-Fraktion sagte Nein – auch wenn das Anliegen berechtigt sei. «Es geht hier aber nicht ums Wünschbare, sondern ums Machbare», sagt Roger Sonderegger. Das private Eigentum sei höher zu gewichten.

Stadtrat will sich engagieren

Stadträtin Manuela Jost plädierte im Rat für ruhig Blut: «Die Frage ist letztlich, was die Aufgabe des Staates ist.» Dazu gehöre auch eine Verantwortung gegenüber den Aussenflächen in den Quartieren. «Wir haben da eine Verantwortung, genau hinzuschauen, gerade wenn wir künftig mehr verdichtet bauen wollen.» Das habe nichts mit Gewerbefeindlichkeit zu tun. Zudem seien die Grundeigentümer gegenüber solchen Ideen nicht abgeneigt.

Der Stadtrat nahm das Postulat kürzlich entgegen und schrieb dazu, er sei bereit, sich «trotz schwieriger Rahmenbedingungen für eine vermehrte Begrünung und Nutzbarmachung von Innenhöfen für Anwohnende zu engagieren». Er erwähnte aber gleichzeitig eine Reihe von Hürden.

Ein Problem bei der Aufwertung von Innenhöfen ist zum Beispiel die oft sehr kleinteilige Parzellierung. Zahlreiche Grundeigentümer mit ganz unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen teilen sich die Innenhöfe und deren Nutzung.

Das Parlament folgte dem Stadtrat knapp – und stimmte für eine Überweisung des Postulats.

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