Spange Nord: Stadtparlament unterstützt Mega-Tunnel

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Der vom Schlossberg zum Lochhof geplante Autobahnzubringer muss komplett eingetunnelt werden. Das forderten GLP und CVP im Januar in einem Vorstoss. Der Stadtrat unterstützt den Vorstoss und will sich beim Kanton dafür einsetzen. Auch das Parlament stimmt dem zu.

Die städtischen CVP und GLP forderten in einem dringlichen Postulat im Januar den Stadtrat auf, «dass er sich beim Kanton mit Nachdruck für eine unterirdische Linienführung vom Friedental bis zum Schlossberg einsetzt». Nur so könne der Schutz der betroffenen Wohnquartiere und die Zukunft des Kantonsspitals gesichert werden.

Zur Erinnerung: Der Autobahnzubringer soll den Schlossberg in der Stadt Luzern mit der Autobahn A2 beim Lochhof verbinden. Autos aus den Quartieren rund um den Schlossberg sowie Fluhmühle sollen die dreispurige Strasse dereinst benutzen. Und so das Stadtzentrum entlasten.

Widerstand ist gross

Die Spange Nord ist Sache des Kantons und wird auf 200 Millionen Franken geschätzt. Das Projekt ist Teil des Riesenautobahnprojekts Bypass Luzern des Bundes, wonach ein neuer Tunnel durch den Sonnenberg speziell für den Nord-Süd-Verkehr gebaut werden soll. Der Bund hat für die Vorphase grünes Licht signalisiert.

Doch der Widerstand in der Stadt ist gross – auch beim Stadtrat selbst: Ende Januar gab dieser bekannt, dass er dem optimierten Vorprojekt zur Spange Nord in der vorliegenden Form nicht zustimmt. Zu gross seien die negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Stadtbild (zentralplus berichtete).

Der Kanton will «nur» einen kleinen Abschnitt des neuen Autobahnzubringers von 400 Metern eintunneln – GLP und CVP genügt das nicht. Der von GLP und CVP geforderte erweiterte Tunnel würde mindestens doppelt so lang wie der aktuell vorgesehene. Das würde das Projekt nochmals massiv verteuern.

Prüfenswerte Option

Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort auf das Postulat: «Zwischen dem Kantonsspital und dem Schlossberg wird die mindestens dreispurige Strasse offen durch das Quartier geführt.» Die Trennwirkung und die Emissionen der Strasse seien im optimierten Vorprojekt aus Sicht des Stadtrates zu hoch. Der Mehrwert für das Quartier sei in diesem dicht besiedelten Raum nur mit einer gedeckten Führung oder einem Tunnel zu erreichen.

Die Lösung der Postulanten sei eine «prüfenswerte Option». Der Stadtrat ist bereit, sich beim Kanton für eine Tunnelverlängerung der Spange Nord einzusetzen. Er weist darauf hin, dass auch die Tunnellösung noch verschiedene kritische Punkte offen lässt – unter anderem die städtebauliche Gestaltung eines Portalbereichs am Schlossberg sowie die städtebauliche Beeinträchtigung an der oberen Zürichstrasse und durch die Fluhmühlebrücke.

Der Stadtrat nimmt das dringliche Postulat entgegen. Das Stadtparlament folgte ihm mit grosser Mehrheit.

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